Mit guter Mundhygiene auch im Alter kräftig zubeißen

Zahnpflege bei Senioren

03.08.16 (ams). Die Mundgesundheit der über 65-Jährigen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert: Senioren besitzen immer länger und immer mehr eigene Zähne. Worauf Ältere achten sollten, damit sie noch lange kräftig zubeißen können, erläutert Katja Kühler, Zahnärztin bei der AOK.

Während Senioren zwischen 65 und 74 Jahren im Jahr 1997 durchschnittlich 17,6 Zähne fehlten, waren es im Jahr 2005 nur noch 14,2. Das zeigt die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV), die das Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag der Bundeszahnärztekammer und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung erstellt hat. Grund für den besseren Zahnerhalt ist den Verfassern der Studie zufolge eine bessere Mundhygiene.

Durch einen längeren Erhalt der Zähne treten bei Senioren allerdings verstärkt Erkrankungen auf, die früher eine geringere Bedeutung hatten. "Dazu zählen Parodontalerkrankungen, also Entzündungen des Zahnhalteapparates, sowie spezielle Formen von Karies, etwa die Sekundär- und Wurzelkaries", informiert AOK-Zahnärztin Kühler. Von Sekundärkaries spricht man, wenn es am Randbereich von Füllungen oder Zahnersatz zu einem durch Bakterien verursachten Mineralverlust gekommen ist. Bei Wurzelkaries entsteht der Mineralverlust im Wurzelbereich.

Mundtrockenheit ist problematisch

Problematisch ist auch Mundtrockenheit, unter der viele Ältere leiden. Da das Durstgefühl im Alter nachlässt, trinken Senioren oft zu wenig; außerdem bildet der Körper weniger Speichel. Die Einnahme von Medikamenten oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Krebs können ebenfalls Mundtrockenheit auslösen. Ist die Speichelproduktion eingeschränkt, begünstigt dies die Entstehung von Karies sowie Erkrankungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut. Mit zunehmendem Alter können auch Erkrankungen der Mundschleimhaut und Tumorerkrankungen im Mund-Rachen-Raum auftreten. Schlecht sitzende Prothesen verursachen oft Entzündungen der Mundschleimhaut.

Was jeder selbst tun kann

"Mit einer sorgfältigen Mundhygiene kann aber jeder selbst viel dazu beitragen, Erkrankungen vorzubeugen", sagt AOK-Zahnärztin Kühler. Sie gibt insbesondere Senioren Tipps, wie sie Zähne und Zahnfleisch gesund erhalten können:

  • Nehmen Sie die regelmäßigen Kontrolltermine beim Zahnarzt wahr. Dieser erkennt kleinere Schäden an den Zähnen und am Zahnfleisch oder Veränderungen an der Mundschleimhaut und kann sie frühzeitig behandeln. Empfehlenswert ist es, den Arzt auf Veränderungen hinzuweisen, etwa wenn eine Erkrankung festgestellt wurde oder wenn Sie neue Medikamente einnehmen.
  • Putzen Sie die Zähne mindestens zwei Mal am Tag gründlich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Noch besser ist es, die Zähne nach allen Hauptmahlzeiten zu säubern.
  • Einmal täglich sollten Sie auch Ihre Zahnzwischenräume reinigen. Dazu eignen sich Zahnseide und - bei größeren Zahnzwischenräumen - Zwischenraumbürstchen.
  • Wem es schwerfällt, die meist dünnen Griffe der Zahnbürsten und Zahnzwischenraumbürsten richtig zu halten, der kann diese mit Schaumstoff umwickeln und so vergrößern.
  • Bei Problemen empfiehlt sich, beim Zahnarzt oder bei der Prophylaxe-Assistenz nachzufragen, ob sie Hilfsmittel oder alternative Techniken empfehlen können.
  • Auch herausnehmbarer Zahnersatz braucht eine gründliche Reinigung. Spülen Sie ihn nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser ab. Einmal am Tag sollte der Zahnersatz zudem mit einer Prothesenbürste und Zahnpasta gesäubert werden.
  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten trägt ebenfalls dazu bei, dass Zähne und Zahnfleisch lange gesund bleiben. Lebensmittel, die zum Kauen zwingen, kräftigen auch den Zahnhalteapparat.
  • Zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke können den Zahnschmelz angreifen. Statt den ganzen Tag über immer wieder Süßes zu sich zu nehmen, ist es besser, einmal am Tag zu naschen - und hinterher die Zähne zu putzen.
  • Auch saure Lebensmittel wie Wein, Fruchtsäfte und Softgetränke können den Zahnschmelz vorübergehend anlösen. Nach dem Verzehr sollte man mit dem Zähneputzen ein bis zwei Stunden warten, damit sich der Zahnschmelz remineralisieren kann. 


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