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07.09.15 (ams). Die Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den Fehlzeiten-Report 2015 beruhen auf den Daten von rund 11,4 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen.

5,2 Prozent betrug der Krankenstand der AOK-Mitglieder im Jahr 2014. Das heißt: An einem durchschnittlichen Tag waren von 100 Mitgliedern gut fünf krank. Oder anders ausgedrückt: Im Schnitt war 2014 jedes AOK-Mitglied knapp 19 Tage arbeitsunfähig (AU). Den höchsten Krankenstand verzeichneten das Saarland (6,1 Prozent) und Sachsen-Anhalt (5,8 Prozent), den niedrigsten Bayern (4,5 Prozent) und Baden-Württemberg (4,9 Prozent).

Eine geringe berufliche Qualifikation geht einher mit einem hohen Krankenstand. Beschäftigte ohne beruflichen Ausbildungsabschluss lagen mit 6,0 Prozent an der Spitze. Beschäftigte mit anerkannter Berufsausbildung fehlten 5,3 Prozent. Meister und Techniker kommen auf einen Krankenstand von 4,1 Prozent. Hochschulabsolventen mit Diplom, Master, Magister oder Staatsexamen liegen bei lediglich 2,6 Prozent, Bachelor bei 2,1 Prozent, Mitarbeiter mit Doktortitel gar nur bei 1,9 Prozent.

Je unsicherer das Beschäftigungsverhältnis, desto geringer der Krankenstand. Befristet Beschäftigte hatten mit 4,3 Prozent einen geringeren Krankenstand als unbefristet Beschäftigte mit 5,4 Prozent.

Die Zahl der Fälle von Arbeitsunfähigkeit (AU) ist 2014 im Vergleich zu 2013 um 1,5 Prozent gesunken, während die Zahl der AU-Tage um 2,1 Prozent angestiegen ist. 2013 hatte vor allem eine Erkältungswelle zwischen Januar und April noch für einen Anstieg von 4,8 beziehungsweise 2,1 Prozent gesorgt. Die AU-Dauer pro Fall ist um 3,7 Prozent angestiegen. Die AU-Quote der AOK-Mitglieder lag bei 53,5 Prozent. Das heißt: Gut die Hälfte hat mindestens einmal gefehlt. Dieser Anteil sank jedoch leicht um 1,3 Prozentpunkte.

Der häufigste Anlass für Krankschreibungen waren auch 2014 wieder Atemwegserkrankungen (21,0 Prozent). Am zweithäufigsten waren ebenso wie 2013 Muskel-Skelett-Erkrankungen (16,9 Prozent), danach folgen Verletzungen (7,9 Prozent) und psychische Erkrankungen (5,2 Prozent). Nach einem leichten Rückgang (minus sechs Prozent) 2013 stieg der Anteil damit wieder um 10,6 Prozent.

Bei der Zahl der Fehltage machen die Muskel-Skelett-Erkrankungen weiterhin mit 22,8 Prozent den größten Anteil aus. Verletzungen kommen auf 11,2 Prozent, Atemwegserkrankungen auf 10,9 Prozent. An vierter Stelle folgen die psychischen Erkrankungen mit 10,5 Prozent. Bei den Muskel- und Skelett-Erkrankungen ebenso wie bei psychischen Erkrankungen schlägt die in der Regel höhere Behandlungsdauer zu Buche, im Vergleich etwa zu Atemwegserkrankungen.

Ältere Menschen werden nicht öfter krank als jüngere. Ganz im Gegenteil: Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle pro 100 Mitglieder sinkt bei den 60- bis 64-Jährigen um fast die Hälfte im Vergleich zu den 15- bis 19-Jährigen. Allerdings sind ältere Menschen im Schnitt bis zu viermal länger krank als jüngere. Ist ein 15- bis 19-Jähriger im Schnitt nur gut fünf Tage arbeitsunfähig, so verdoppelt sich der Wert bei den 35- bis 39-Jährigen auf über zehn Tage. Ein 60- bis 64-Jähriger kommt auf etwa 22 Tage. Dies geht vor allem auf einen Anstieg der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück.


Zum ams-Thema 03/15