Winzige Mitbewohner, die Allergien auslösen

Hausstaubmilben

28.11.17 (ams). Können Allergiker im Winter aufatmen? Nicht immer! Bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben verstärken sich die Beschwerden sogar während der Heizperiode. Mit ein paar Vorkehrungen ist es möglich, die Milbenallergie mürbe zu machen.
Schnupfen, Niesanfälle, Husten und Schlappheit - das muss keine Erkältung sein. Dahinter kann gerade auch im Winter eine Hausstauballergie stecken. Genauer: "Eine Allergie gegen Milbenkot, der sich unter den Hausstaub mischt", sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband. In Industrieländern wie Deutschland hat etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen. Bei den meisten Menschen treten die Beschwerden erstmals vor dem zwanzigsten Lebensjahr auf. "Eine Hausstauballergie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter und hält häufig ein Leben lang an", so AOK-Ärztin Eymers. Mit mangelnder Hygiene hat das nichts zu tun. Denn die Milben sind natürliche Mitbewohner unserer häuslichen Umgebung. Sie leben überall dort, wo Menschen leben, und ernähren sich zum größten Teil von menschlichen Hautschuppen. Die Anzahl der unangenehmen Hausbewohner nimmt allerdings zu, weil durch die moderne dichte Bauweise nicht mehr für einen natürlichen Luftwechsel gesorgt ist und viele Menschen zu wenig lüften. Die winzigen Spinnentierchen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, halten sich in Teppichböden, Kissen, Kuscheltieren, Polstermöbeln und vor allem im Bett auf. Daher sind die Symptome auch nachts und morgens am stärksten. Hier hilft ein Matratzenüberzug, das sogenannte Encasing,  der für Milben und Allergene undurchlässig ist. Wichtig ist, dass er die Matratze ganz umschließt und gleichzeitig eine ausreichende Wasserdampf- und Luftdurchlässigkeit aufweist. Die Matratze sollte optimalerweise neu sein, denn Matratzen, die schon einige Jahre im Gebrauch sind, sind bereits zu stark besiedelt. Wenn mehrere Personen in einem Zimmer schlafen, müssen alle Matratzen umhüllt werden, um die Allergenbelastung zu senken. Wenn die Oberbetten nicht regelmäßig bei 60 Grad gewaschen werden können, sollten auch sie mit Encasings versehen werden.

Hausstaubmilben fühlen sich bei hoher Luftfeuchtigkeit (65 bis 80 Prozent) und warmen Temperaturen (25 bis 30 Grad) besonders wohl. Am Morgen kann ein ordentliches Stoßlüften (Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen) die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer vertreiben, die nachts während des Schlafens durch Atmung und Schwitzen entstanden ist. Es ist angeraten, drei- bis viermal täglich auf diese Weise zu lüften, um die Luftqualität in den Innenräumen zu verbessern. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen, was sich mit einem Hygrometer überprüfen lässt. Zur Behandlung der Hausstauballergie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die aber nur die Symptome bekämpfen. Hilfreich gegen eine verstopfte oder laufende Nase können auch salzhaltige Nasensprays oder Nasenduschen sein. Eine Hyposensibilisierung dagegen setzt an den Ursachen an: Indem das Immunsystem mit dem Allergieauslöser konfrontiert wird, soll es sich daran "gewöhnen" und weniger empfindlich reagieren. Damit kann eine Hyposensibilisierung auch verhindern, dass sich aus dem allergischen Schnupfen ein Asthma entwickelt - der gefürchtete Etagenwechsel. "Die Therapie muss allerdings regelmäßig angewandt werden und entfaltet die Wirkung erst nach zwei bis drei Jahren, und das nicht bei allen Betroffenen", sagt Eymers. So bleibt der wirksamste Schutz vor allergischen Beschwerden, die Belastung durch Hausstaubmilben zu verringern. 

Was Hausstaubmilben-Allergikern hilft

Das Bett sanieren

  • Die Matratze mit einem allergendichten Überzug versehen - die Matratze sollte möglichst neu sein. 
  • Matratze regelmäßig erneuern, mindestens alle acht Jahre. 
  • Oberbetten und Kopfkissen bei mindestens 60 Grad waschen, mindestens alle drei Monate; wenn das nicht möglich ist: Encasing.
  • Bettwäsche jede Woche wechseln und ebenfalls bei 60 Grad waschen. 
  • Betten aufdecken nach dem Aufstehen, damit Matratze auskühlen kann. 
  • Das Bett sollte auf Füßen stehen, damit die Matratzenfeuchtigkeit abdampfen kann. 
  • Anti-Milben-Sprays können unter den Matratzenbezug gesprüht werden.

Für gute Raumluft sorgen

  • Regelmäßig stoßlüften, mindestens morgens und abends. 
  • Staubfänger wie Vorhänge, offene Bücherregale, Kissen meiden. 
  • Kurzflorige Teppiche nutzen und regelmäßig säubern. Glatte Böden häufig wischen. 
  • Statt textiler Polstermöbel am besten Glattledersofa nutzen. 
  • Haustiere sowie Zimmerpflanzen können, ungünstig sein. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit und verbessern damit die Lebensbedingungen
  • für Hausstaubmilben.

 

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