Informationsangebot zur Behandlungsqualität ausgebaut

AOK-Krankenhausnavigator

Foto: Suche am Laptop im Krankenhausnavigator

22.02.16 (ams). Fast 690 Krankenhäuser haben sich mittlerweile für die Teilnahme am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) registriert. Der AOK-Krankenhausnavigator gibt jetzt Auskunft darüber, welche dieser Kliniken bereits regelmäßig Daten an das Register liefern. Außerdem wird ab sofort im Krankenhausnavigator für bestimmte Leistungen wie Transplantationen angezeigt, ob eine Klinik die vorgeschriebene Mindestmenge an Operationen erbringt oder nicht.

Die Teilnahme einer Klinik am Endoprothesenregister ist vor allem für Patienten wichtig, die ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk benötigen und eine entsprechende Operation planen. "Wir machen transparent, welche Krankenhäuser sich besonders für Behandlungsqualität und Patientensicherheit engagieren", sagt Martin Litsch, Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Im AOK-Krankenhausnavigator wird das EPRD-Logo bei all den Kliniken angezeigt, die regelmäßig Daten an das Register liefern. Die derzeit rund 690 beteiligten Kliniken haben bislang knapp 220.000 Operationen dokumentiert. Sie übermitteln anonymisierte Daten zu den verwendeten Implantaten an das Register. So sind Auswertungen zur Haltbarkeit und zur Behandlungsqualität möglich. Die Ergebnisse werden Kliniken und Prothesenherstellern mitgeteilt. Das schafft mehr Sicherheit für die Patienten, denn die teilnehmenden Kliniken können beispielsweise betroffene Patienten bei Rückrufen mangelhafter Implantate schneller benachrichtigen. Die Teilnahme am EPRD ist für die Kliniken freiwillig. Der AOK-Bundesverband unterstützt das Register seit dem Start.

Einhaltung der Mindestmengen ist wichtige Info

Zusätzlich bietet der AOK-Krankenhausnavigator für den Einbau von künstlichen Knie- und Hüftgelenken auch Bewertungen aus der Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR)  des Wissenschaftlichen Instituts der AOK an. Diese QSR-Bewertungen zeigen, welche Kliniken eine höhere oder geringere Wahrscheinlichkeit für Komplikationen wie Wundinfektionen oder Folge-OPs haben. Für sieben Leistungsbereiche wird im AOK-Krankenhausnavigator jetzt auch die Einhaltung der vorgegebenen Mindestmenge von Operationen dargestellt. Es handelt sich dabei um Transplantationen von Leber und Niere, komplexe Eingriffe an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse, Stammzelltransplantationen, herzchirurgische Eingriffe und die Versorgung von Frühchen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.250 Gramm. Zahlreiche Studien und Auswertungen belegen, dass sich die Qualität der Behandlung verbessert, je öfter ein Eingriff durchgeführt wird. Daher ist die Einhaltung der Mindestmengen-Regelung eine wichtige Information für Patienten. Die entsprechenden Informationen stammen aus den jährlichen Qualitätsberichten der Krankenhäuser. Diese gesetzlich vorgeschriebenen Berichte sind auch die Grundlage für zahlreiche weitere Qualitätsinformationen im AOK-Krankenhausnavigator. Die Informationen werden regelmäßig aktualisiert.
 

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