72,5 Prozent der Pflegekräfte …

Zahl des Monats

19.07.22 (ams) … in Einrichtungen der Langzeitpflege haben laut einer Befragung für den Pflege-Report 2022 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) schon einmal beobachtet, dass Pflegebedürftige am Lebensende in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, obwohl dies nach ihrer Einschätzung nicht im besten Interesse der Sterbenden war. 13,9 Prozent der 552 befragten Pflegenden erlebten das monatlich, 7,2 Prozent sogar wöchentlich oder häufiger, gut die Hälfte (51,4 Prozent) seltener als einmal im Monat.
69,2 Prozent gaben an, erlebt zu haben, dass Verordnungen, Tests oder Behandlungen durchgeführt wurden, die sie mit Blick für das Behandlungsziel für unangemessen hielten. Gut jede fünfte Pflegefach- und Assistenzperson (22,8 Prozent) sammelte diese Erfahrung einmal im Monat oder häufiger.

Auch nach dem Einfluss Angehöriger auf die Behandlung wurde gefragt. Heraus kam, dass 61,1 Prozent des Pflegepersonals schon einmal beobachtet hat, dass sich auf Druck der Angehörigen das Behandlungsteam für belastende beziehungsweise lebensverlängernde Behandlungen entschied, obwohl die Patientenverfügung ein anderes Vorgehen nahegelegt hätte. Knapp jeder Sechste (15,5 Prozent) nimmt dies sogar monatlich oder häufiger wahr.

Jede dritte innerhalb eines Jahres verstorbene AOK-versicherte Person (31,0 Prozent) lebte 2019 in einem Pflegeheim. Deutlich mehr als die Hälfte davon (56,4 Prozent) wurde in den letzten zwölf Wochen, das zeigt die im Pflege-Report 2022 nun erschienene Analyse von AOK-Routinedaten, vor dem Tod mindestens einmal in ein Krankenhaus verlegt. Im Pandemiejahr 2020 reduzierte sich dieser Anteil auf 52,3 Prozent.


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