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53 Prozent mehr Patienten …

Zahl des Monats

Foto: Nahaufnahme einer Hautkrebsuntersuchung auf leicht behaartem Rücken, zwei Hände in blauen Handschuehen umfafassen einen Lebrfleck

10.05.22 (ams) … sind im Jahr 2020 an den Folgen einer Hautkrebserkrankung gestorben als noch 20 Jahre zuvor. Lag die Zahl der Todesfälle damals laut Statistischem Bundesamt (Destatis) bei rund 2.600, waren es 2020 etwa 4.000. Destatis verzeichnete 2020 auch 81 Prozent mehr Klinikbehandlungen wegen Hautkrebs als noch 2000. Seitdem ist die Zahl der Hautkrebsbehandlungen in Kliniken nach Angaben der Behörde bis 2019 kontinuierlich von 57.400 auf 115.800 gestiegen. Im ersten Pandemiejahr 2020 sank der Wert dann leicht auf 103.700. Mit weit mehr als 200.000 neu erkrankten Betroffenen pro Jahr zählt Hautkrebs laut Robert-Koch-Institut (RKI) zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland.

Die verstärkte Einwirkung von UV-Strahlung durch Sonne im Zuge des Klimawandels gilt inzwischen als einer der wesentlichen Gründe für den deutlichen Zuwachs an Hautkrebs-Diagnosen. Eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.000 Erwachsenen im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hat zu Tage gefördert, dass jeder Zweite Angst hat, an Hautkrebs zu erkranken. Dennoch schützt ein Drittel seine Haut gar nicht mit entsprechenden Mitteln. Obwohl vier von fünf Deutschen der Sonnenschutz der Umfrage zufolge sehr wichtig ist, sagten 46 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen, im Frühjahr und Sommer allenfalls zu besonderen Gelegenheiten Sonnenschutz zu verwenden.

Schon der Versorgungs-Report 2021 "Klima und Gesundheit" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) fand heraus, dass es bei der Hautkrebsprophylaxe noch Verbesserungsbedarf gibt. So gaben zwar fast 77 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage für den Report an, sich hinsichtlich möglicher Schutzmaßnahmen gut auszukennen. 61 Prozent der Befragten meiden demnach auch oft oder immer Aufenthalte im Freien während der Mittagszeit, was als vorrangige Maßnahme zur Vermeidung von Hautkrebs gilt. Jedoch schützt sich nur ein Drittel etwa durch hautbedeckende Kleidung. Nur 49 Prozent, also nicht einmal die Hälfte, stimmte der Aussage zu, dass ihnen Warnhinweise helfen würden, frühzeitig entsprechende Schutzmaßnahmen anzuwenden.

Auch die Krebsfrüherkennung, die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre ab einem Alter von 35 Jahren übernehmen, wird noch zu wenig genutzt. 28 Prozent der über 35-Jährigen haben das Hautkrebs-Screening laut der Forsa-Umfrage bisher nicht wahrgenommen, 22 Prozent davon halten es gar für überflüssig.