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Corona-Folgen – Weniger Behandlungen bei Herzinfarkt und Schlaganfall

ams-Grafik 2: Krankenhaus-Report 2022

05.04.22 (ams). Die stationären Fallzahlen sind bei den häufig lebensbedrohlichen Notfallindikationen Herzinfarkt und Schlaganfall in den Pandemiewellen 2020 und 2021 im Vergleich zu 2019 eingebrochen. Das zeigt der Krankenhaus-Report 2022. Demnach ergibt sich bei Herzinfarkt-Behandlungen während der ersten Welle (März bis Mai 2020) ein Rückgang von 16 Prozent; bei Schlaganfall-Behandlungen sind es zwölf Prozent. In den folgenden Wellen steigen die Fallzahlen zwar wieder leicht, verzeichnen aber weiterhin deutliche Einbrüche gegenüber 2019, etwa mit einem Minus von elf Prozent (Herzinfarkt) und ein Minus von sieben Prozent (Schlaganfall) in der vierten Welle (Oktober 2021 bis Dezember 2021). Eine mögliche Erklärung sei, dass Patienten aus Angst vor einer Infektion oder einer Überlastung des Notfallsystems bei leichteren Beschwerden nicht das Gesundheitssystem in Anspruch nehmen wollten, erläutert Jürgen Klauber, Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) und Mit-Herausgeber des Krankenhaus-Reports 2022.


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