Neues aus dem Gemeinsamen Bundesausschuss

ams-Politik 11/21

Mehr Sicherheit bei Gen- und Zelltherapien

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat mit einer neuen Rahmenrichtlinie einen besseren Überblick über Mindestanforderungen bei Gen- und Zelltherapien geschaffen. Gen- und Zelltherapeutika gehören zu den Arzneimitteln für neuartige Therapien (Advanced Therapy Medicinal Products/ATMP) und ihre Anwendung kann mit besonderen Risiken verbunden sein. Deshalb ist der GBA berechtigt, qualitätssichernde Anforderungen für Arztpraxen und Krankenhäuser festzulegen. Die ATMP-Richtlinie definiert Vorgaben zur räumlichen und medizintechnischen Ausstattung, Mindestfallzahlen sowie Anzeige- und Nachweispflichten. Nur Krankenhäuser und Arztpraxen, die diese Anforderungen erfüllen, dürfen ATMP mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. „Im Sinne der Patientensicherheit sollen unsere Mindestanforderungen die besten Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine Gen- und Zelltherapie möglichst erfolgreich verläuft – dazu gehört beispielsweise auch eine gewisse Routine, die eine Klinik oder Praxis eben nicht über eine gelegentliche Anwendung erwerben kann“, erklärte der GBA-Vorsitzende Josef Hecken. Die bestehenden Anforderungen für CAR-T-Zellen und die Gentherapie Zolgensma seien unter Berücksichtigung ersten Erfahrungen aus der Versorgungspraxis in die neue Richtlinie überführt worden.

Heilmittelbehandlungen künftig auch per Video

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat durch eine Änderung der Heilmittel-Richtlinien die Basis für die Heilmittelerbringung als telemedizinische Leistung (Videotherapie) geschaffen. Der GKV-Spitzenverband und die Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer sollen nun bis Ende des Jahres vertraglich festlegen, welche der konkreten verordnungsfähigen Heilmittel hierfür geeignet sind. Abgesehen von den zeitlich befristeten Corona-Sonderregelungen konnten Heilmittelbehandlungen bisher ausschließlich in der Praxis des Therapeuten oder im häuslichen Umfeld stattfinden. „Gerade im ländlichen Raum kann die Videobehandlung dazu beitragen, lange Fahrtwege einzusparen“, sagte Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des GBA und Vorsitzende des Unterausschusses Veranlasste Leistungen. Sofern keine medizinischen Gründe gegen eine telemedizinische Versorgung sprechen, verständigen sich Therapeut und Patient zukünftig darüber, ob Behandlungseinheiten auch per Video erbracht werden sollen. Dies ist für beide Seiten freiwillig und ein Wechsel zu einer Behandlung in Präsenz jederzeit möglich.


Zum ams-Politik 11/21