Neues aus dem Gemeinsamen Bundesausschuss

ams-Politik 10/21

GBA erweitert Leistungskatalog der Krankenkassen

Seit Anfang Oktober stehen Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) drei neue Leistungen zur Verfügung. Das Neugeborenen-Screening umfasst nun auch die Untersuchung auf Spinale Muskelatrophie, einer Erkrankung bestimmter Nervenzellen im Rückenmark, sowie auf die Sichelzellkrankheit, eine erbliche Erkrankung der roten Blutkörperchen. Außerdem wurde der Check-up ab 35 Jahren um ein einmaliges Screening auf Hepatitis B und C erweitert. In der ambulanten Psychotherapie steht Patienten in der Gruppentherapie ein neues Versorgungsangebot zur Verfügung. Die sogenannte gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung soll niedrigschwellig in bis zu vier Sitzungen à 100 Minuten – beziehungsweise auch in 50 Minuteneinheiten bei entsprechender Vermehrung der Sitzungsanzahl – über psychische Störungen sowie Arbeitsweise und Wirkmechanismen, Chancen und Nutzen einer Gruppentherapie informieren. Nimmt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) eine neue Leistung in die gesetzliche Krankenversicherung auf, kann sie in der ambulanten Versorgung erst dann erbracht und abgerechnet werden, wenn der Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen über die Vergütung entschieden hat. Dieser Schritt ist nun für alle drei Leistungen erfolgt.

GBA verlängert Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat die telefonische Krankmeldung vor dem anstehenden Herbst ein weiteres Mal verlängert. Damit will er Arztpraxen im Hinblick auf eine bevorstehende Erkältungs- und Grippesaison entlasten und direkte Arzt-Patienten-Kontakte so gering wie möglich halten. Der GBA reagiert mit der Verlängerung auf das anhaltende Infektionsgeschehen, ein zu geringes Impftempo und die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante. Menschen mit leichten Erkältungssymptomen müssen für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach wie vor nicht zwingend zum Arzt. Stattdessen können sie sich bis Ende des Jahres telefonisch bis zu sieben Kalendertage – und weitere sieben Folgetage – krankschreiben lassen. Für ärztlich verordnete Leistungen und in der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung besteht, ebenfalls bis 31. Dezember 2021, die Möglichkeit zur telefonischen Beratung. Außerdem sind Mindestvorgaben an das Pflegepersonal seit Anfang Oktober nicht länger ausgesetzt. Diese gelten wieder für die Ausstattung und den Einsatz von Pflegefachkräften bei der Versorgung von Frühgeborenen, bei der Kinderherzchirurgie, der Kinderonkologie sowie der Versorgung von Patienten bei minimalinvasiven Herzklappeninterventionen und der Behandlung eines Bauchaortenaneurysmas.


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