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Neues aus dem Gemeinsamen Bundesausschuss

ams-Politik 03/21

Elisabeth Pott verlässt GBA

Mit Wirkung zum 1. März 2021 hat Prof. Dr. med. Elisabeth Pott ihr Amt als unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) aus wichtigen persönlichen Gründen abgegeben. Sie hatte die Position seit Mitte 2018 inne. Pott war beim GBA Vorsitzende der Unterausschüsse Qualitätssicherung, ambulante spezialfachärztliche Versorgung und Disease-Management-Programme. Die anspruchsvolle und fordernde Tätigkeit im GBA und damit das unmittelbare Mitwirken bei der Gestaltung von verbindlichen Rahmenbedingungen für die Patientenversorgung sei ihr ein Herzensanliegen gewesen und habe ihr viel Freude bereitet, sagte Pott nach Bekanntgabe ihrer Amtsniederlegung.

Zeitlich befristete Zentrumszuschläge für digitale Kooperationen gesichert

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat bis zum Jahresende die sogenannten Zentrumszuschläge auf Konsiliarleistungen von Spezialkliniken erweitert. Dies gilt für die Einrichtungen, die in einem intensivmedizinischen digital-gestützten Versorgungsnetzwerk eingebunden sind und bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Damit ist die Finanzierung für den digitalen Austausch zwischen Experten aus Spezial- und Regelkliniken bei der intensivmedizinischen Versorgung von Corona-Patienten gesichert. "Wir schaffen die Voraussetzungen, um möglicherweise auch extrem komplexe Krankheitsverläufe bei einer Infektion mit einer Corona-Mutation bestmöglich in der Fläche behandeln zu können" sagte Professor Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des GBA. Die telemedizinischen Beratungen zwischen den Häusern hätten bisher in der Regel nicht abgerechnet werden können, ergänzte er.

Neue Arzneimitteltherapie für Mukoviszidose-Patienten ab 12 Jahren zugelassen

Für die Behandlung der seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose gibt es die neue medikamentöse Kombinationstherapie Kaftrio® mit den Wirkstoffen Ivacaftor, Tezacaftor und Elexacaftor. Diese erzielt bei Patientinnen und Patienten ab zwölf Jahren nach Einschätzung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) deutlich bessere Ergebnisse als die bislang verwendeten Medikamente, weshalb ein erheblicher Zusatznutzen ausgesprochen wurde. Die Erkrankung wird durch einen Gendefekt ausgelöst, der die Bildung von zähem Schleim verursacht und vor allem Lunge und Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt. In Deutschland leben ungefähr 8.000 Patienten mit Mukoviszidose. 2.400 davon sind älter als zwölf Jahre und kommen für die neue Therapie in Frage. In den Studien komme es deutlich seltener zu akuten Verschlechterungen der Lungensymptomatik, die oftmals zu Krankenhauseinweisungen führten und sich ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirkten, sagte Professor Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des GBA.


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