Mehr Angebote für Kitas, Schulen und Betriebe

Präventionsbericht 2016:

Foto: Schweisser bei der Arbeit

20.12.16 (ams). Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat ihr Engagement in der Gesundheitsförderung 2015 weiter ausgebaut. Ausgaben von mehr als 317 Millionen Euro und damit neun Prozent mehr als 2014 weist der jüngst veröffentlichte Präventionsbericht von GKV-Spitzenverband und des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS) aus. Mit über 132 Millionen Euro entfallen fast 42 Prozent des finanziellen Engagements auf die AOK, bei einem Versichertenanteil von knapp 35 Prozent. Im Schnitt hat die GKV 4,49 Euro in jeden einzelnen Versicherten investiert, die AOK kommt auf 5,42 Euro pro Versicherten.

In ihrer Präventionsarbeit folgt die GKV dem Grundsatz, die Menschen dort zu erreichen, wo sie leben. Experten sprechen vom "Setting-Ansatz". Über 38 Millionen Euro flossen direkt in Projekte in Wohngebieten, in Kindertagesstätten und Schulen. Das sind 20 Prozent mehr als noch 2014. Die Krankenkassen erreichten damit rund 2,5 Millionen Menschen direkt, insbesondere in sozialen Brennpunkten. Knapp zwei Millionen, also fast 80 Prozent davon, profitierten von AOK-Maßnahmen. 43 Prozent der geförderten Grundschulen und 24 Prozent der erreichten Kitas lagen in Wohngebieten, die stark von Einkommensarmut, Integrationsproblemen und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Von den insgesamt über 24.400 Settings bespielt die AOK fast 80 Prozent und trägt mit gut 26 Millionen Euro fast 70 Prozent der Kosten.

AOK erreicht fast die Hälfte aller Betriebe

Eine zweite wichtige Präventionssäule ist die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Über 76 Millionen Euro und damit zwölf Prozent mehr als 2014 hat die GKV in Maßnahmen investiert, die helfen, die psychische und körperliche Belastungen am Arbeitsplatz gering zu halten und die Gesundheit der Beschäftigen zu stärken. In knapp 11.000 Betrieben konnten damit rund 1,3 Millionen Versicherte direkt angesprochen werden. Durchschnittlich zweieinhalb Jahre unterstützen die Krankenkassen Unternehmen bei entsprechenden Aktivitäten der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Auch hier nimmt die AOK den Spitzenplatz ein. Deutlich mehr als ein Drittel der BGF-Ausgaben trägt die AOK. Sie erreicht damit über eine halbe Million der Beschäftigten direkt und fast die Hälfte aller Betriebe, die sich an einer BGF-Maßnahme beteiligen.

Das mit 203 Millionen Euro meiste Geld fließt weiterhin in individuelle Angebote zur Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung oder Raucherentwöhnung. Dieser Ausgabenbereich legte im Vergleich zum Vorjahr auch noch einmal um fünf Prozent zu. Die Teilnahmezahlen bei diesen Kursangeboten, die sich an einzelne Versicherte wenden, blieben 2015 mit 1,7 Millionen auf Vorjahresniveau.


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