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16.09.21 (ams) ... pro Jahr sterben in Deutschlandan den Folgen einer Sepsis. Darauf wies die Sepsis-Stiftung bei der Vorstellung ihrer Infokampagne "Sepsis ist vermeidbar. Unwissen über Sepsis ist tödlich“ hin, die im August gestartet ist.  "Damit wollen wir einen Beitrag zur Verbesserung der Sepsis-Früherkennung und -prävention leisten“, sagte der Vorstandvorsitzende der Sepsis-Stiftung, Konrad Reinhart. Wie wenig die Menschen über die "versteckten Killer“ wissen, zeigt laut Reinhart eine repräsentative Umfrage. Demnach glauben nur 17 Prozent, dass man sich mit Impfungen schützen kann und 23 Prozent halten Sepsis für eine allergische Reaktion. Dabei komme sie häufiger vor als Brust-, Prostata- und Darmkrebs zusammen, so der Mediziner.

Vor allem auf dem Land tue Aufklärung Not, machte der Präsident der Medizinischen Hochschule Brandenburg, Edmund Neugebauer, deutlich: "80 Prozent der Sepsis-Fälle entstehen ambulant.“ Doch in ländlichen Regionen wie Brandenburg sei die ambulante Versorgung grenzwertig, "weil es eine Unterversorgung und daher auch eine Unterkommunikation gibt“. Daher sei es wichtig, viele Multiplikatoren zu erreichen und die Gesundheitskompetenz aller zu steigern. Über die Website des Projekts bieten die Kooperationspartner deshalb neben Fortbildungen und Informationsmaterial auch persönliche Beratung für Ärzte, Pflegende, Verbände und andere Multiplikatoren an.

Die Infokampagne ist Teil des Projekts "SepWiss“, das bei der Berliner Uniklinik Charité angesiedelt ist und drei Jahre lang mit insgesamt etwa 2,2 Millionen Euro durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird. Beteiligt sind die Medizinische Hochschule Brandenburg, das Universitätsklinikum Jena, das Robert-Koch-Institut und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Umfassende Informationen gibt es auch bei der Deutschen Sepsisgesellschaft.


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