Agenturmeldung vom 27.09.2022, 16:52

Lauterbach: Entlastung für Pflegeheimbewohner mit Wohngeldreform

Berlin (dpa) - Die von der Bundesregierung geplante Wohngeldreform soll auch Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen von steigenden Energiekosten entlasten. Dies sei kurzfristig und unbürokratisch eine „substanzielle Erleichterung“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag in Berlin. Die vorgesehene Ausweitung des Kreises der Berechtigten sowie ein Energiezuschuss sollten auch für Menschen in Pflegeeinrichtungen genutzt werden, sie sollten davon genauso profitierten wie jene zu Hause. Die Zahl von derzeit 85 000 Wohngeldbeziehern in der Langzeitpflege werde sich deutlich erhöhen.

Die Wohngeldreform von Bauministerin Klara Geywitz (SPD) soll an diesem Mittwoch vom Kabinett auf den Weg gebracht werden. Im Rahmen des dritten Entlastungspakets der Ampel-Koalition soll der Kreis der Wohngeldberechtigten auf zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger erweitert werden. Die Bezieher von Wohngeld sollen zunächst einen weiteren Heizkostenzuschuss erhalten. Danach soll der Zuschuss dauerhaft ins Wohngeld integriert werden.

Für Pflegebedürftige im Heim steigen die selbst zu zahlenden Anteile seit Jahren. Nun drohen zusätzliche Belastungen, wenn höhere Kosten für Strom und Gas an sie weitergegeben werden. Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten für die reine Pflege trägt. Für Heimbewohner kommen außerdem noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen hinzu.