Wettbewerb statt kollektiver Einheitslösungen bei Gesundheits-Apps

Foto: Telemedizin - Untersuchung im Patienten-Live-Chat

(16.09.19) Grundsätzlich unterstützt die AOK-Gemeinschaft die Zielrichtung des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG). Allerdings sei zu beachten, dass mit den geplanten Maßnahmen, insbesondere der schrittweisen Anbindung des gesamten Gesundheitswesens an die Telematikinfrastruktur, erhebliche Mehrkosten verbunden seien, heißt es in der Stellungnahme zum Kabinettsentwurf. Auch der Leistungsanspruch auf digitale Gesundheitsanwendungen führe allein bei Betrachtungen des Angebots von drei Anbietern und einer geschätzten Verschreibungsquote von 25 Prozent in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu Mehrkosten von jährlich 2,5 Milliarden Euro plus jährlich 200 Millionen Euro zur Finanzierung des Innovationsfonds. Die simple Übertragung der Preisregelungen von neuen Arzneimitteln auf die digitalen Anwendungen hält die AOK für nicht sachgerecht. Datenschutz bei der Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen sei zwingend sicherzustellen. Aufgrund der vielen Anbieter mit sehr unterschiedlich ausdifferenzierten Produkten lehnt der AOK-Bundesverband kollektive Einheitslösungen ab.