Pauschalierende Entgelte für Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP)

Das Krankenhausfinanzierungs-Reformgesetz (KHRG) vom März 2009 gab dem GKV-Spitzenverband, dem Verband der Privaten Krankenversicherung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft den Auftrag zur Entwicklung eines Fallpauschalensystems auf der Grundlage tagesgleicher Vergütungen. Bis dahin wurden beziehungsweise werden die Krankenhausleistungen in der Psychiatrie und Psychosomatik zumeist mit tagesgleichen Pflegesätzen entgolten. Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) entwickelte ein System für "Pauschalierende Entgelte für die Psychiatrie und Psychosomatik" (PEPP), das die technische Grundlage für die Einführung eines Fallpauschalensystems in der Psychiatrie im Psych-Entgeltgesetz vom 21. Juli 2012 bildet.

Nach der Einführung eines pauschalierten Vergütungssystems für psychiatrische und psychosomatische Krankenhausleistungen (2015) sollte es bis 2016 eine budgetneutrale Phase mit schrittweiser Umstellung auf das neue System geben. Ab 2017 sollte das PEPP-Entgeltsystem für alle Krankenhäuser verbindlich werden und die schrittweise Konvergenz zu bundeseinheitlichen Preisen 2021 abgeschlossen sein.

Die Einführung einer pauschalierenden Vergütung scheiterte jedoch am Widerstand der Ärzte und Fachgesellschaften. Das „Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen“ (2016) etablierte ein für die Psychiatrie und Psychosomatik ein neues Entgeltsystem, bei dem die Kliniken mit den Krankenkassen weiterhin auf Ortsebene ihr individuelles Budget verhandeln. Der bis dato vorgesehene Übergang zu landeseinheitlichen Preisen wurde gestrichen. Die Vergütung soll sich jedoch stärker an Leitlinien, an der Einhaltung von Personalstandards und den Qualitätsvorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) orientieren. Zudem soll ein Krankenhausvergleich für Transparenz sorgen, um bei den Entgelten, die nicht auf strukturelle Unterschiede zurückgehen, eine Annäherung zu erreichen.