GKV-Finanzergebnis 03/2019: Trend verstetigt sich

(06.12.19) Auch das dritte Quartal schließen die Krankenkassen mit einem Minus ab. Es ist im Vergleich zu den ersten beiden Vierteljahren noch einmal um knapp 200 Millionen auf 741 Millionen Euro gestiegen. Dabei hat die Dynamik der Ausgabensteigerung auch mit 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal zugelegt. Im ersten Halbjahr waren die Ausgaben nur um 4,7 Prozent angewachsen. Das Plus bei den Einnahmen fiel wie schon zwischen Januar und Juni mit 3,6 Prozent niedriger aus. Ende September standen Ausgaben 187,9 Milliarden Euro Einnahmen von 187,2 Milliarden Euro gegenüber.

Die Bewertung der Zahlen fällt bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ähnlich blumig aus wie unter dessen Vorgänger Hermann Gröhe. Sprach Gröhe gerne von „Ausgabenüberschüssen“ so bemüht Nachfolger Spahn jetzt den Begriff des „unechten Defizits“, das „buchungstechnisch durch den Abbau von Rücklagen entsteht. 

Konkret heißt das: Die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenversicherung beliefen sich Ende September 2019 auf rund 20,6 Milliarden Euro, also gut eine halbe Milliarde weniger als noch Ende 2018. Dies entspricht zwar etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve, im Durchschnitt aber lediglich gerade einmal einer  knappen Monatsausgaben.

Der Gesundheitsfonds verfügte zum Stichtag 15. Januar 2019 über eine Liquiditätsreserve von rund 9,7 Milliarden Euro, etwa so viel wie am Jahres ende 2018 Aus dem unterjährigen Stand des Gesundheitsfonds können keine Rückschlüsse auf den weiteren Jahresverlauf gezogen werden. Während die Ausgaben des Gesundheitsfonds als monatlich gleiche Zuweisungen an die Krankenkassen fließen, unterliegen die Einnahmen unterjährig erheblichen Schwankungen. Denn die Einnahmen aus Sonderzahlungen wie etwa das Weihnachtsgeld fließen dem Gesundheitsfonds weitestgehend in der zweiten Jahreshälfte zu.

Die Zahl der GKV-Versicherten ist um 0,4 Prozent gestiegen. Bei den Ausgaben spiegeln sich in den ansteigenden Veränderungsraten auch Mehrausgaben aus dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz und Terminservice- und Versorgungsgesetz wider, die Anfang beziehungsweise im Laufe des Jahres 2019 in Kraft getreten sind.

Eine Betrachtung nach Krankenkassenarten zeigt, dass die AOKs von Januar bis September des Jahres  ein Defizit von rund 142 Millionen Euro eingefahren haben. Die Ersatzkassen liegen bei 402 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) bei 146 Millionen Euro, und die Innungskrankenkassen (IKKen) kommen auf 106 Millionen Euro

Ausgaben der GKV im ersten bis dritten Quartal 2019 in ausgewählten Bereichen

Veränderungsrate je Versicherten gegenüber den ersten drei Quartalen 2018 in der GKV und der AOK

Ausgaben in Milliarden EuroVeränderungsrate GKVVeränderungsrate AOK
Quelle: BMG, KV-45-Zahlen, 06.12.19
Ärztliche Behandlung34,1583,832,1
Zahnärztliche Behandlung8,5802,912,9
Zahnersatz2,6125,193,1
Arzneimittel32,3055,164,0
Hilfsmittel7,0766,345,5
Heilmittel6,57012,3613,9
Krankenhaus60,5703,012,1
Krankengeld10,4728,9710,9
Fahrkosten4,8618,917,7
Vorsorge- und Reha-Maßnahmen2,8283,313,4
Schutzimpfungen1,08515,0915,2
Schwangerschaft/Mutterschaft ohne stationäre Entbindung1.1444,157,6
Häusliche Krankenpflege5,1495,594,5
Netto-Verwaltungskosten8,2450,14-2,2