Änderungen für Apotheker, Ärzte, Kliniken und andere Leistungserbringer

Apotheken:

Der gesetzlich festgelegte Rabatt, den Apotheken den Krankenkassen als Großkunden einräumen müssen, steigt von derzeit zwei auf 2,30 Euro je verschreibungspflichtiger Arzneimittelpackung. Die gesetzliche Krankenversicherung spart dadurch rund 180 Millionen Euro. Hat der Arzt nicht ausdrücklich ein ganz bestimmtes Präparat verordnet, muss der Apotheker dem Patienten bei der Auswahl eines qualitativ gleichwertigen und wirkstoffgleichen Medikamentes bevorzugt ein Mittel geben, das einem Rabattvertrag zwischen Krankenkasse und Hersteller unterliegt. Gibt es kein Rabattarzneimittel, muss er das preisgünstigste gleichwertige Medikament wählen.

Krankenhäuser:

Menschen, die an schweren oder selten Krankheiten leiden und eine spezialisierte Versorgung benötigen, können sich künftig auch ambulant im Krankenhaus behandeln lassen. Krankenhäuser erhalten die Möglichkeit, im Rahmen der Integrierten Versorgung hochspezialisierte Leistungen ambulant zu erbringen, ohne an weitere Voraussetzungen gebunden zu sein: Krankenkassen und Kliniken können Verträge abschließen, ohne dass ein niedergelassener Arzt einen entsprechenden Zulassungsstatus in den Vertrag einbringt. Zur Finanzierung des Gesundheitswesens müssen die Krankenhäuser insgesamt einen Solidarbeitrag von rund 250 Millionen Euro jährlich beisteuern. Psychiatrische Krankenhäuser sind davon ausgenommen.

Niedergelassene Ärzte:

Ab 2009 sollen ärztliche Leistungen nach einer für alle gesetzlichen Krankenkassen geltenden Gebührenordnung mit festen Euro-Preisen vergütet werden. Die für die vertragsärztliche Versorgung zur Verfügung stehende Gesamtvergütung soll sich künftig an der Morbidität der Versicherten orientieren. Im Klartext: Müssen die Ärzte mehr Leistungen erbringen, weil dies ein veränderter Gesundheitszustand ihrer Patienten erfordert, müssen die Krankenkassen mehr Honorar zur Verfügung stellen.

Dies steht im Zusammenhang mit der Einführung des ebenfalls morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs zwischen den Krankenkassen. Damit entfällt auch die Koppelung der Ärzte-Vergütung an die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung. Da der Gesetzgeber keine kostenneutrale Umstellung der Vergütung vorgesehen hat, rechnen die Krankenkassen mit erheblichen Mehrausgaben ab 2009.

Ärzte, die Spezialpräparate mit hohen Jahres-Therapiekosten und mit erheblichem Risikopotenzial verordnen, müssen künftig vor der Verschreibung die Zweitmeinung eines spezialisierten Fachkollegen einholen.

Vertragswettbewerb:

Krankenkassen dürfen in erweitertem Umfang mit einzelnen oder Gruppen von Ärzten besondere Vereinbarungen treffen, die von der mit einer Kassenärztlichen Vereinigung oder einer anderen Ärzteorganisation vereinbarten kollektivvertraglichen Versorgung abweichen oder darüber hinausgehen. Die Kassen können solche Verträge allein oder zusammen mit anderen Kassen aushandeln. Vertragspartner kann auch eine Managementgesellschaft sein, wie es im Bereich der Integrierten Versorgung bereits möglich ist.

Die Vergütung für gesonderte Verträge darf mit der ärztlichen Gesamtvergütung verrechnet werden. Das Bereinigungsverfahren müssen die Krankenkassen allerdings mit der betreffenden Kassenärztlichen Vereinigung aushandeln.

Auch Kassenärztliche Vereinigungen dürfen jetzt mit einzelnen oder mehreren Kassen Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung abschließen. Ab 1. April  2007 müssen alle Krankenkassen Versorgungsverträge anbieten, bei denen der Hausarzt im Mittelpunkt steht (hausarztzentrierte Versorgung).

Hilfsmittel:

Krankenkassen können Hilfsmittel (z.B. Rollstühle) künftig über ein Ausschreibungsverfahren erwerben.

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