GKV-Versichertenbefragung: 37 Prozent wechseln während der Psychotherapie die Praxis

Während einer Behandlung haben schon 37 Prozent der gesetzlich Versicherten die Psychotherapeutin oder den Psychotherapeuten gewechselt, davon 7 Prozent sogar mehrfach. Knapp zwei Drittel der Befragten wiederum haben dies noch nie getan. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen GKV-Versichertenbefragung, die die Ipsos GmbH im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes durchgeführt hat. Mit der Therapie ist der überwiegende Teil der gesetzlich Versicherten zufrieden. Allerdings sagt knapp ein Fünftel, dass ihnen nicht intensiv zugehört wird.

Die Versicherten wurden gefragt, wie sie ihre eigene Therapie bewerten. Die Ergebnisse zeigen eine große Bandbreite. Der größte Teil der gesetzlich Versicherten ist mit der Psychotherapie zufrieden. Dabei geben 80 Prozent der Befragten an, dass die Therapeutin oder der Therapeut „intensiv“ oder „sehr intensiv“ zuhört.

Allerdings sagt knapp ein Fünftel, dass nur „teils-teils“, „weniger intensiv“ oder „so gut wie gar nicht“ zugehört wird. Knapp zwei Drittel der Befragten geben an, dass ihnen ihre Krankheit und deren Verlauf „intensiv“ oder „sehr intensiv“ erläutert wird, während dies bei einem Drittel nur „teils-teils“, „weniger intensiv“ oder „so gut wie gar nicht“ geschieht. Mit der aktuellen Therapeutin oder dem aktuellen Therapeuten selbst ist knapp die Hälfte „vollkommen zufrieden“, rund 30 Prozent sind „sehr zufrieden“.

Die GKV-Versicherten wurden auch gefragt, welche Zusatzangebote ihnen die Therapeutin oder der Therapeut empfohlen hat und welche davon sie genutzt haben. Das Ergebnis: Versorgungsmöglichkeiten, die eine Psychotherapie sinnvoll ergänzen können, kommen eher selten zum Einsatz. Aufgaben und Übungen wurden 42 Prozent empfohlen, 46 Prozent davon haben sie gemacht. Selbsthilfegruppen wurden 30 Prozent empfohlen, 17 Prozent davon haben das Angebot genutzt. Gesundheitsapps, also sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), wurden 16 Prozent empfohlen. 18 Prozent haben sie ausprobiert. Broschüren wurden 24 Prozent der Befragten empfohlen, 21 Prozent davon haben sie gelesen.

An der Befragung nahmen im Zeitraum vom 28. Februar bis 11. März 2022 über das Ipsos Online Access Panel 2.240 GKV-Versicherte im Alter von 18 bis 79 Jahren teil. Die Daten wurden gewichtet nach Alter, Geschlecht, Nettoeinkommen, Region und Bildung.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gkv-spitzenverband.de