Dossierstempel

Selbsthilfe

In der Gruppe liegt die Kraft

Rund 3,5 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland in insgesamt etwa 100.000 gesundheits- und sozialorientierten Selbsthilfegruppen. Die gesundheitliche Selbsthilfe ergänzt die professionelle Gesundheitsversorgung. Aus der eigenen Betroffenheit heraus entwickeln chronisch kranke Menschen in Gruppen eine Kraft, die sich positiv auf ihre Lebensqualität auswirkt. Deshalb unterstützt die AOK die gesundheitsbezogene Selbsthilfe seit über 30 Jahren. Und damit nicht erst, seit der Gesetzgeber 2008 die Krankenkassen auch gesetzlich dazu verpflichtet hat.

Mit Inkrafttreten des Präventionsgesetzes 2016 wurden die zur Verfügung zu stellenden Fördergelder für die Selbsthilfe um 65 Prozent erhöht. Im Jahr 2021 stellt die AOK-Die-Gesundheitskasse rund 32,2 Millionen Euro und die GKV 87,3 Millionen Euro für die Unterstützung der Selbsthilfe zur Verfügung. Das sind 1,19 Euro pro Versicherten. Schon seit 2020 gilt ein neuer prozentualer Verteilerschlüssel für die Pauschal- und die Projektförderung: 70 Prozent der Fördermittel auf allen Förderebenen müssen innerhalb der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung vergeben werden. Für krankenkassenindividuelle Projektförderung können auf allen Förderebenen nur noch 30 Prozent der Fördermittel gemäß Paragraf 20h SGB V von den Krankenkassen und ihren Verbänden verteilt werden.

Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene heißt das, dass aus dem AOK-System rund 4,5 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und 0,97 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt werden. Damit gehen 2021 pro Versicherte 1,19 Euro an die Selbsthilfeorganisationen auf der Bundes- und den Landesebenen beziehungsweise an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.

Selbsthilfetagung 2020:

Videobotschaftenvon Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes und Claudia Schick, Referentin Selbsthilfeförderung im AOK-Bundesverband.

Leider müssen wir wegen der Coronapandemie die diesjährige Tagung im AOK-Bundesverband absagen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und hoffen, dass wir uns alle nächstes Jahr wieder gesund zum persönlichen Austausch in Berlin treffen.

 

Im Zentrum der Selbsthilfe-Förderung des AOK-Bundesverbandes steht die Unterstützung der Familie. Gefördert werden darum vor allem Projekte, die die Unterstützung der Betroffenen und ihrer Familienmitglieder sowie von Bezugspersonen im Fokus haben. Aber auch Projekte, die sich um die Verbesserung und Gestaltung des digitalen Zugangs Betroffener zur Selbsthilfe bemühen oder die helfen, die Vernetzung von Selbsthilfe und Ärzten und anderen Playern im Gesundheitswesen zu optimieren, werden vom AOK-Bundesverband bevorzugt finanziell unterstützt. Gleiches gilt für Projekte, die sich um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund oder aus sozialschwächeren Schichten bemühen. Immer mehr in den Fokus der Förderung rückt die Förderung von Projekten zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz von chronisch kranken und behinderten Menschen sowie der Nutzen der Digitalisierung für die Selbsthilfe und die Betroffenen.

Anträge für 2021 können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden.

Rückschau: Selbsthilfe-Förderung im Jahr 2020

Im Jahr 2020 stellte die AOK rund 31 Millionen Euro und die GKV 84 Millionen Euro für die Unterstützung der Selbsthilfe zur Verfügung. Ab 2020 wurde ein neuer prozentualer Verteilerschlüssel für die Pauschal- und die Projektförderung umgesetzt: 70 Prozent der Fördermittel auf allen Förderebenen müssen seit dem 01.01.2020 innerhalb der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung vergeben werden. Für krankenkassenindividuelle Projektförderung können auf allen Förderebenen nur noch 30 Prozent der Fördermittel gemäß Paragraf 20h SGB V von den Krankenkassen und ihren Verbänden ausgegeben werden.

Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene heißt das, dass aus dem AOK-System rund 4,3 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und 0,93 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle bundesweite Projektförderung von Bundesverbänden der Selbsthilfe und Dachverbänden bereitgestellt wurden. Damit gingen 2020 pro Versicherte 1,15 Euro an die Bundes- und Landesverbände der Selbsthilfe beziehungsweise an Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfegruppen.

Rückschau: Selbsthilfe-Förderung im Jahr 2019

2019 stellte die AOK-Die Gesundheitskasse gem. KJ 1 2019 für die Unterstützung der Selbsthilfe ca.31 Millionen Euro (30.996.823,31 Euro) und die GKV ca. 84 Millionen Euro (83.774.225,73 Euro) zur Verfügung. Das bedeutet, dass die AOK-Die Gesundheitskasse statt 1,13 Euro sogar 1,16 Euro pro Versicherten an die Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen vor Ort und im Land, sowie die Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene verausgabt hat. Das sind 3 Cent mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene bedeutete das, dass aus dem AOK-System 3 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Pauschalförderung und sogar rund 1,8 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle bundesweite Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt wurden.

Rückschau: Selbsthilfe-Förderung im Jahr 2018

2018 stellte die AOK-Die Gesundheitskasse gem. KJ 1 2018 für die Unterstützung der Selbsthilfe ca. 30 Millionen Euro (29.743.530,56 Euro) und die GKV ca. 81 Millionen Euro (80.982.285,32 Euro zur Verfügung. Für die Förderung der Selbsthilfe auf der Bundesebene hieß das, dass aus dem AOK-System 2,86 Millionen Euro für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung und 1,98 Millionen Euro für die krankenkassenindividuelle Projektförderung von Selbsthilfeorganisationen und Dachverbänden von Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene bereitgestellt wurden.

Das bedeutet, dass die AOK-Die Gesundheitskasse statt 1,10 Euro sogar 1,12 Euro pro Versicherten an die Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen vor Ort und im Land, sowie die Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene verausgabt hat. Das sind 2 Cent mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Dialog mit den Betroffenen

Um den Dialog mit den Organisationen der Selbsthilfe und einzelnen Beteiligten weiter zu intensivieren, hat die Abteilung Prävention des AOK-Bundesverbandes den Selbsthilfe-Newsletter "inKontakt" entwickelt. Viermal im Jahr - Anfang März, Juni, September und Dezember - informiert "inKontakt" über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Entwicklungen und das Engagement der AOK für die Selbsthilfe. Der Newsletter besteht aus einem Bundesteil und mehreren Regional-Teilen mit Berichten aus den einzelnen AOKs.

Jährlich im Herbst organisiert der BV seit 15 Jahren die Selbsthilfetagung mit Vertretern der Bundesorganisationen der Selbsthilfe, Mitarbeitern von Landesverbänden und Selbsthilfekontaktstellen und Vertretern von anderen gesundheitspolitischen Institutionen, um aktuelle gesundheits- und gesellschaftspolitische Themen in der Selbsthilfe zu diskutieren und den Austausch untereinander zu fördern.


Politisches Stichwort des AOK-Radioservice

Unterstützung vor Ort

Die AOKs vor Ort helfen aber nicht nur finanziell. Vielfach unterstützen einzelne Geschäftsstellen die Selbsthilfegruppen auch personell. Oder sie stellen Räume zur Verfügung und übernehmen Kopierarbeiten, Plakatdruck oder Postversand. AOK-Selbsthilfebeauftragte und Mitarbeiter der Präventionsabteilungen pflegen langjährige Kontakte mit der Selbsthilfe. Sie kennen die Bedürfnisse der Gruppen aus persönlichen Gesprächen. Sie sorgen für die Unterstützung, die bei konkreten Aktivitäten und Projekten benötigt wird. Nicht zuletzt informiert die AOK die Selbsthilfe-Zusammenschlüsse über die Möglichkeiten der finanziellen Förderung, damit sie den gesetzlich festgesetzten Betrag in vollem Umfang ausschöpfen.

Weitere Infos im Versicherten-Portal der AOK