Lesedauer: 2 Minuten

Dem Fehlverhalten im Gesundheitswesen auf der Spur

Fehlverhalten im Gesundheits- und Pflegebereich gefährdet die Patientensicherheit und entzieht der Versorgung viel Geld. Deshalb hat der Gesetzgeber im Jahr 2004 die Kranken- und Pflegekassen in die Pflicht genommen, das Fehlverhalten im Gesundheitswesen zu bekämpfen. Mit den Paragrafen 197a Sozialgesetzbuch V und 47a im Sozialgesetzbuch XI legt er fest, dass die Kassen organisatorische Einheiten einrichten, "die Fällen und Sachverhalten nachzugehen haben, die auf Unregelmäßigkeiten oder auf rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln" im Zusammenhang mit ihren Aufgaben hindeuten. 

Die AOK-Gemeinschaft hat diese gesetzliche Aufgabe umgesetzt. Alle AOKs haben Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen eingerichtet und Fehlverhaltensbeauftragte benannt. 

Wir nehmen unsere gesetzliche Aufgabe zur Fehlverhaltensbekämpfung sehr ernst. Bei unserem Engagement gegen Korruption im Gesundheitswesen geht es uns aber ausdrücklich nicht um die Kriminalisierung bestimmter Personen- beziehungsweise Berufsgruppen oder Teilbranchen. Das würde das Gleichgewicht zwischen den Kostenträgern, Leistungserbringern und Versicherten aus den Fugen bringen und damit ein Klima des Misstrauens erzeugen. Es geht uns viel mehr um die konsequente Interessenvertretung aller ehrlichen Beitragszahler und Leistungserbringer.

Traudel Gemmer , Verwaltungsratsvorsitzende der AOK Sachsen-Anhalt, Arbeitgebervertreterin

Da der Verdacht auf ein Fehlverhalten nicht an der Landesgrenze und der Grenze des Geschäftsbereichs einer AOK endet, stimmen sich die elf AOKs und der AOK-Bundesverband eng ab, um Hinweisen nachzugehen, erfolgreich zu ermitteln und Fälle abschließen zu können.

Und diese intensive Zusammenarbeit zahlt sich aus: Die Summe der gesicherten Forderungen, die die Ermittler der AOKs aus verfolgten Fällen zurückholen konnten, lag in den Jahren 2018 und 2019 bei mehr als 37 Millionen Euro

An erster Stelle steht für uns der Schutz der Versicherten. Bei der Verfolgung von Hinweisen auf Fehlverhalten gilt deshalb unser besonderes Augenmerk Fällen, in denen die Patientensicherheit gefährdet sein könnte, so zum Beispiel bei Abrechnung von nicht qualifikationsgerecht erbrachten Leistungen. Außerdem sehen wir uns der Versichertengemeinschaft im hohen Maße verantwortlich. Denn letztlich geht es um das Geld der Beitragszahler, das nicht mehr für die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen zur Verfügung steht.

Katharina Grabietz, Mitglied des Verwaltungsrats der AOK Hessen, Versichertenvertreterin

Zuletzt aktualisiert: 07-01-2021