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Elf Millionen Arbeitskräfte in Gesundheit und Pflege fehlen

EU-Ticker

Foto: Hilfe bei der Körperpflege

11.03.21 (ams). Um den Anforderungen durch eine alternde Bevölkerung gerecht zu werden, werden in der EU bis 2030 rund elf Millionen zusätzliche Arbeitskräfte in der Gesundheits- und Langzeitpflege gebraucht. Das geht aus einem Ende Februar veröffentlichten Forschungsbericht der EU-Kommission hervor. "Bei der Versorgung der steigenden Zahl älterer Menschen werden Zuwanderung aus Drittländern und die Mobilität innerhalb der EU eine zunehmend wichtige Rolle spielen", heißt es in der Studie. Danach gab es 2018 in der EU bereits fast zwei Millionen Beschäftigte in der Gesundheits- und Langzeitpflege, die in einem anderen Land als ihrem Geburtsland ihrem Beruf nachgegangen sind. Von ihnen arbeiteten mehr als zwei Drittel in lediglich fünf EU-Ländern: Deutschland, Italien, Schweden, Frankreich und Spanien.

Aktionsplan zur EU-Säule für soziale Rechte vorgestellt

11.03.21 (ams). In der EU sollen bis 2030 mindestens 78 Prozent der 20- bis 64-Jährigen einen Arbeitsplatz haben und mindestens 60 Prozent aller Erwachsenen jedes Jahr an Fortbildungen teilnehmen. Außerdem soll bis zum Ende des Jahrzehnts die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen um mindestens 15 Millionen verringert werden. Das sind die Kernziele des "Aktionsplans zur europäischen Säule sozialer Rechte", den die EU-Kommission am 4. März vorgestellt hat. Der Plan umfasst Vorschläge zur weiteren Umsetzung der bereits 2017 von den Mitgliedstaaten vereinbarten 20 zentralen Grundsätze und Rechte für faire und gut funktionierende Arbeitsmärkte und Sozialsysteme. Die Säule der sozialen Rechte umfasst drei Schwerpunktbereiche: Chancengleichheit und Zugang zum Arbeitsmarkt, faire Arbeitsbedingungen sowie Sozialschutz und soziale Inklusion. Als Teil des Plans präsentierte Vizepräsident Valdis Dombrovskis auch eine Empfehlung der Kommission für aktive Beschäftigungsförderung nach der Covid-19-Krise. Dabei gehe es insbesondere um einen "Beschäftigungsübergang von schrumpfenden in expandierende Branchen", vor allem Bereich digitaler und grüner Technologien. Die Kommission setze dazu auf Einstellungsanreize für Unternehmen, mehr Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten und auf bessere Unterstützung durch Arbeitsvermittlungsdienste, erläuterte Dombrovskis. Zur Finanzierung entsprechender Maßnahmen können die Mitgliedstaaten auch EU-Geld aus dem Corona-Wiederaufbauprogramm oder aus dem EU-Sozialfonds in Anspruch nehmen.

Große Erwartungen an eine europäische Gesundheitspolitik

11.03.21 (ams). In den 27 EU-Staaten gibt es große Zustimmung zu einem "sozialen Europa", das sich für faire Arbeitsbedingungen, Sozialschutz und Chancengleichheit einsetzt. Das geht aus den Ergebnissen einer Eurobarometer-Befragung hervor. Danach befürworten fast neun von zehn Europäern (88 Prozent) ein stärkeres Engagement der Union in sozialen Fragen, in Deutschland sind es sogar 91 Prozent der Befragten. "Die drängendsten Fragen für die Europäerinnen und Europäer sind Chancengleichheit und Zugang zum Arbeitsmarkt, faire Arbeitsbedingungen und Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung", kommentierte die EU-Kommission die am 1. März veröffentlichten Zahlen. Auf die Frage, was ihrer Meinung nach am wichtigsten für die Zukunft Europas sei, nannten im Unionsschnitt die meisten Befragten EU-Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsversorgung (34 Prozent), in Deutschland waren es 28 Prozent. Hierzulande wurden vorrangig die Themen "Rente" (36 Prozent) sowie "Ausbildung und lebenslanges Lernen" (30 Prozent) genannt. Dass soziale Rechte künftig eine größere Rolle spielen werden, meinen 62 Prozent der Deutschen und 51 Prozent der Befragten im EU-Schnitt. Für das Eurobarometer zu sozialen Fragen wurden im November und Dezember 27.213 Menschen aus allen Mitgliedstaaten befragt, darunter 1.686 Teilnehmer aus Deutschland.

Schnellwarnsystem fischt gefährliche Covid-19-Produkte vom Markt

11.03.21 (ams). Das EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Verbraucherprodukte ("Safety Gate") hat im vergangenen Jahr 5.377 Mal Alarm ausgelöst, 900 Mal mehr als 2019. In neun Prozent der Fälle ging es 2020 um Produkte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, darunter vor allem ungeeignete Schutzmasken. Als weitere Beispiele nannte EU-Justizkommissar Didier Reynders bei der Vorstellung des "Safety-Gate"-Jahresberichtes am 2. März Desinfektionsmittel mit giftigen oder hautreizenden Bestandteilen. Die meisten Warnmeldungen betrafen laut Bericht Spielzeug (27 Prozent), Kraftfahrzeuge (21 Prozent) und Elektrogeräte sowie Elektrozubehör (zehn Prozent). Das EU-Schnellwarnsystem für Non-Food-Produkte gibt es seit 2003. Beteiligt sind neben den 27 Mitgliedsländern auch Norwegen, Island, Liechtenstein und das Vereinigte Königreich beteiligt.


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