TeleArzt

AOK Hessen

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Wer sind die Partner/Initioren des Projekts?

Initiator: Hausärzteverband Hessen, Hausärztliche Vertragsgemeinschaft, TAG TeleArzt GmbH
Partner: Hausärzteverband Hessen und vitaphone GmbH für die Bereitstellung der Technik.

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Durch den demographischen Wandel nimmt die Anzahl von älteren Patienten zu, die körperlich oder infrastrukturell in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Gleichzeitig nimmt die Zahl praktizierender Hausärzte insbesondere im ländlichen Bereich ab. Die Folge können weitere Anreisewege für Patienten zu ihrem Hausarzt sein. Damit sich der Ärztemangel bei gleichzeitig steigendem medizinischen Versorgungsbedarf nicht negativ auf die Versorgungsqualität immobiler Patienten auswirkt, wurde das Versorgungsprojekt „TeleArzt“ in die hausärztliche Versorgung der AOK Hessen integriert. Durch das Projekt „TeleArzt“ werden insbesondere folgende Ziele verfolgt:

  • Steigerung der Versorgungsqualität durch eine regelmäßige Versorgung von immobilen, vorwiegend chronisch kranken Patienten
  • Vermeidung von Krankenhausaufenthalten und Notarzteinsätzen
  • Steigerung der Lebensqualität dieser Patienten durch den Wegfall vermeidbarer Wege zur Praxis
  • Vermeidung von Fahrtkosten
  • Förderung digitaler Versorgungsformen

Das Projekt wird vom Land Hessen seit Ende 2019 mit einer Laufzeit von 25 Monaten mit einer Fördersumme von knapp 500.000 EUR unterstützt.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Das neue Versorgungsmodell TeleArzt sieht vor, dass Hausärzte und telemedizinisch geschulte Versorgungsassistentinnen immobile Personen im häuslichen Umfeld versorgen. Innerhalb der Versorgungsform ist es möglich Vitaldaten digital zu erfassen und an die Hausarztpraxis zu übertragen. Gemessen werden können: Puls, Blutzucker, Gewicht, Blutdruck, Lungenvolumen und die Herzfunktion. Ebenfalls ist eine Fotodokumentation chronischer Wunden möglich. Bei Bedarf kann der Hausarzt per Videochat hinzugezogen werden. Die digitalen Geräte sind Teil eines "TeleRucksacks", den eine VERAH mit sich führt. Bei besonderen Auffälligkeiten kann der behandelnde HZV-Arzt via Videosprechstunde "live" hinzugeschaltet werden. Zudem kann eine Sturzrisikoanalyse durchgeführt, die Medikation erfasst und eine Wundversorgung durchgeführt werden. Das Projekt TeleArzt bietet insbesondere der ländlichen hausärztlichen Versorgung eine neue digitale Versorgungsform, durch welche:

  • Ärzte durch Delegation auf Gesundheits- und Pflegefachkräfte (hier VERAH) entlastet werden,
  • die Mobilität von Patienten und Leistungserbringern/VERAH unterstützt wird,
  • die Versorgung durch digitale Lösungen verbessert und
  • das Aufgabenspektrum des medizinischen Fachpersonals erweitert wird.

Leistungserbringer haben die Möglichkeit innerhalb des Förderzeitraums 50 Prozent der Anschaffungskosten für den TeleRucksack erstattet zu bekommen. Leistungen, die innerhalb der TeleArzt-Versorgung erbracht werden, können seit dem 01. April 2020 im Rahmen der hausärztlichen Versorgung der AOK Hessen abgerechnet werden.

Was haben die Versicherten davon?

Die Versorgungsform TeleArzt ermöglicht allen an der hausarztzentrierten Versorgung der AOK Hessen teilnehmenden Versicherten einen schnellen Zugang zu einer qualitativen Gesundheitsversorgung.  Der Versicherte profitiert durch:

  • eine bedarfsgerechte, konstante Gesundheitsversorgung im häuslichen Umfeld, durch welche stationäre Aufenthalte und Fahrtkosten vermieden werden
  • einen erleichterten Zugang zur Gesundheitsversorgung durch eine digitale, ortsunabhängige Versorgungsform
  • die Steigerung der Lebensqualität in Folge der Reduktion von belastenden Fahrzeiten

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

Als beteiligte Krankenkasse unterstützt AOK Hessen das Projekt durch die Integration in ihre hausarztzentrierte Versorgung der AOK Hessen. Hierbei finanziert die AOK Hessen zusätzliche Leistungen, betreibt Marketingmaßnahmen in Fachzeitschriften und in der persönlichen Arztansprache.

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

Das Projekt ist auf keine spezielle Region beschränkt. Von der Förderung können alle in Hessen niedergelassenen Hausärzte profitieren.

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

Alle zurzeit 1.300 Hausärzte und 200.000 Versicherte, die an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen.

Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?

Seit 4/2020
 

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