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MACCS -Telemedizinische Versorgung für transplantierte und nierenkranke Patienten

AOK Nordost

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Wer sind die Partner/Initiatoren/Träger des Projekts?

Initiator: Charité Berlin
Partner: Charité und niedergelassene Nephrologen
Träger: AOK Nordost

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Nach der nach der Transplantation werden die Patienten  regelmäßig vom Transplantationszentrum betreut. Die Frequenz verringert sich von wöchentlichen Terminen in den ersten ein bis zwei Monaten auf halbjährliche Termine. Zusätzlich werden die Patienten in der Regel von einem niedergelassenen einem Nierenfacharzt (Nephrologen) betreut. Medizinische Probleme, die auf Komplikationen bei den Patienten hinweisen, werden aufgrund der Zeitspannen zwischen den Arztbesuchen bei herkömmlicher Betreuung häufig zu spät erkannt und führen im schlimmsten Fall zur vorzeitigen Organabstoßung. Gute Kommunikation zwischen dem Patienten und den behandelnden Ärzten ist ein besonders wichtiger Faktor. Gerade bei Organtransplantationen ist die schnelle und direkte gegenseitige Erreichbarkeit und der Informationsaustausch ohne Brüche zwischen betreuendem Transplantationszentrum, dem Patienten und dem behandelnden niedergelassenen Arzt wichtig, um den gemeinsam entwickelten Therapieplan schnell und richtig anpassen zu können.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

MACCS steht für "Medical Assistant for Chronic Care Service". Über die Telemedizinplattform MACCS werden alle relevanten, medizinischen Daten vom Transplantationszentrum der Charité und vom behandelnden Nephrologen in eine elektronische Patientenakte übermittelt. Anpassungen im Medikationsplan werden sektorenübergreifend angezeigt. Durch die Kooperation der Charité mit den führenden Anbietern für Praxissoftware in der Nephrologie ist eine direkte Kommunikation und Übertragung von Behandlungsdaten aus der Praxissoftware der Nephrologen in die MACSS-Patientenakte möglich. Die Medikationspläne der Patienten werden in einer App hinterlegt. Die Patienten erhalten über diese App Erinnerungen für ihre tägliche Medikamenteneinnahme und bestätigen diese. Zusätzlich übertragen die Patienten täglich ihre Vitaldaten und sonstige Symptome in die App. Ein medizinisch qualifiziertes Telemedizinteam der Charité nutzt die aufbereiteten Daten für ein aktives Therapiemonitoring. So kann der Therapieverlauf engmaschig kontrolliert und bei Auffälligkeiten schnell der Kontakt zum Patienten und zu den niedergelassenen Ärzten hergestellt werden.

Was haben die Versicherten davon?

Die korrekte Einhaltung der komplexen Therapievorgaben durch den Patienten ist für den langfristigen Therapieerfolg entscheidend. Nachlassende Therapietreue gilt als eine der Hauptursachen für Organverluste.

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

Impulsgeber bei der weiteren Versorgungsentwicklung, Unterstützung der Netzwerkbildung, Versicherteninformation

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

Potenziell 500 Versicherte

Seit wann, und gegebenenfalls, bis wann läuft das Projekt?

02/2020


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