SicherGehen - Das AOK-Bewegungsangebot für bessere Mobilität im Alter

AOK Baden-Württemberg

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Wer sind die Träger des Projekts?

Träger: AOK Baden-Württemberg, Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung mbH

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Stürze und sturzbedingte Verletzungen führen im hohen Alter nicht selten zu einer Pflegebedürftigkeit und sind mit hohem Leid und sozialen Folgen, beispielsweise dem Verlust an Selbstständigkeit, verbunden. Studien belegen, dass ein spezielles körperliches Training im Alter die Motorik und das Gleichgewicht verbessern und dadurch Stürze verhindert werden können. Zudem nehmen der Aktionsradius und das Selbstvertrauen zu, was die Lebensqualität erheblich verbessert. Während es für fittere Seniorinnen und Senioren immer mehr Mobilitätsangebote gibt, besteht für zuhause lebende, gebrechliche Personen, ein Versorgungsdefizit.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Im Rahmen des Projekts soll in vier Modellregionen in Baden-Württemberg ein Sturzpräventionsprogramm implementiert werden. Ziel des AOK-Bewegungsangebots "SicherGehen" ist es, den Versicherten in ein individuelles Trainingsprogramm einzuweisen, das dann zu Hause ohne professionelle Anleitung sicher und effektiv durchgeführt werden kann. Die Übungen basieren auf dem evidenzbasierten Otago-Übungsprogramm, das gezielt für ältere Menschen entwickelt wurde und bereits in vielen Ländern eingesetzt wird. Durch das regelmäßige Training können Kraft und Balance gesteigert und somit die Gangsicherheit verbessert werden. Dadurch sinkt das Risiko zu stürzen und sich bei einem Sturz zu verletzen und pflegebedürftig zu werden. Die Einführung in das Training erfolgt als Gruppenangebot in den Gesundheitszentren der AOK. In Ausnahmefälle kann bei besonders gebrechlichen älteren Menschen "SicherGehen" auch als ein aufsuchendes Einzelangebot im häuslichen Umfeld des Versicherten stattfinden. Sturzgefährdete ältere Menschen werden systematisch in eines dieser Angebote vermittelt.

Voraussetzung für die Teilnahme am Produkt ist eine ärztliche Empfehlung.

Was haben die Versicherten davon?

Wenn die Übungen des Sturzpräventionsprogramms regelmäßig durchgeführt werden, können mit der Zeit das Gleichgewicht, die Muskelkraft in den Beinen, sowie die allgemeines Fitness und das Wohlbefinden verbessert werden. So bleiben Versicherte aktiv und stabil auf den Beinen und können auch in Zukunft „SicherGehen“. Durch die Verhinderung von Stürzen lassen sich zudem Krankenhausaufenthalte und Pflegebedürftigkeit verhindern beziehungsweise verzögern.

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

Das Projekt wird durch die AOK Baden-Württemberg umgesetzt.

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

Während der Projektphase wird das Projekt in vier Modell-Regionen in Baden-Württemberg implementiert. Langfristig soll das Modellvorhaben in ganz Baden-Württemberg flächendeckend angeboten werden.

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

Die Zielgruppe besteht in den Modellregionen aus über 112.000  sturzgefährdeten Versicherten, die meist älter als 75 sind, noch zuhause leben, entweder noch gar keinen Pflegegrad sowie sogar Pflegegrad 1 oder 2 haben.

Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?

Das Projekt startet ab Ende 2020 für 22 Monate mit anschließender Evaluation.


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