TeleDoc PLUS

AOK PLUS

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Wer sind die Träger des Projekts?

AOK PLUS und Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT)

Welchem Problem in der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen widmet sich das Projekt?

Für Versicherte mit chronischen Erkrankungen und/oder Mobilitätseinschränkungen, die in ländlichen Regionen leben, ist das Erreichen einer Arztpraxis mit erheblichen Aufwendungen und Schwierigkeiten verbunden. Gleichzeitig müssen die vorhandenen, niedergelassenen Ärzte in ländlichen Regionen viele Patienten betreuen und dafür mitunter zeitintensive Anfahrtswege bei Hausbesuchen in Kauf nehmen.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Mit TeleDoc PLUS soll vor allem in den ländlichen Regionen die medizinische Versorgung auch durch digitale Möglichkeiten sichergestellt werden. Nach Absprache mit dem Haus- oder Facharzt besucht eine besonders ausgebildete Nichtärztliche Praxisassistenz (NäPa) den Patienten izu Hause oder im Pflegeheim. Die Praxisassistenz führt ein individuell gestaltetes telemedizinisches Paket mit sich. Dieses Paket kann neben einem Tablet medizinische Messgeräte für Puls, Blutzucker, Blutdruck, Lungenvolumen oder Herzfunktion enthalten. Die Werte werden im Tablet erfasst und bei Bedarf an den Arzt übermittelt. Das Tablet verfügt über eine Schnittstelle zum Arztinformationssystem. Wenn es medizinisch erforderlich ist, kann der Arzt per Video zugeschaltet werden, mit dem Patienten sprechen oder das weitere Vorgehen mit der Assistenz abstimmen. Im April 2020 wurde der Vertrag weiterentwickelt. Nunmehr ist es den Ärzten möglich, neben dem Tablet selbst zu entscheiden, ob und wenn ja welche telemedizinischen Medizinprodukte er nutzen möchte. Damit steht ein auf ärztliche Bedürfnisse individuell zugeschnittenes Angebot zur Verfügung, das unkompliziert auch auf andere Regionen übertragbar ist.

Mit TeleDoc PLUS hat sich die AOK PLUS das Ziel gesetzt, insbesondere in den ländlichen Regionen die Versorgung der Versicherten zu sichern und die "Ressource Arzt" effizient einzusetzen.

Was haben die Versicherten davon?

Manchen Patienten fällt es schwer, eine Arztpraxis zu erreichen - zum Beispiel, wenn sie alt, gehbehindert oder chronisch krank sind. Gerade für diese Patientengruppen ist die Versorgung im Hausbesuch von immenser Bedeutung und hat den Vorteil, dass Wartezeiten beim Arzt und Wegekosten vermieden werden. Mit dem Einsatz von Telemedizin werden die Patienten so gut versorgt, als wäre der Arzt bei ihnen. Durch den Austausch per Video bleibt das enge Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient bestehen und der Patient erlangt Sicherheit im Umgang mit seiner Erkrankung. Das Angebot ist auch für Patienten nutzbar, die selbst nicht mit digitaler Technik umgehen können oder wollen. Alle Maßnahmen unterstützen eine Verbesserung der Lebensqualität betroffener Patienten. Die 2019 erfolgte Qualitätsmessung hat gezeigt, dass die Versicherten sich in ihrem Arzt-Patienten-Verhältnis durch Unterstützung der Telemedizin gestärkt fühlen.

Was ist die Aufgabe der AOK in dem Projekt?

Die Kommunikation des Versorgungsangebotes gegenüber den Versicherten/Leistungserbringern und aktive Vermarktung von TeleDoc PLUS

Wo wird das Projekt aktuell umgesetzt?

In Thüringen.

Wie viele Beteiligte (Versicherte/Ärzte/Fachkräfte …) gibt es aktuell? Wie viele könnten in der Zukunft erreicht/eingebunden werden?

39 Leistungserbringer (Ärzte), 2018 wurde das Leistungsangebot über 1.800 Mal genutzt, inklusive Mehrfachbesuche bei Versicherten (Stand: 1. Quartal 2020).

Seit wann, und gegebenenfalls bis wann, läuft das Projekt?

Seit 4/2018, bis 03/2028.
 

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