»Die Personalsituation in den Kliniken muss besser werden. PPR 2.0 ist aber nicht das geeignete Instrument, um gute und bedarfsgerechte Pflege zu sichern. Es macht höchstens das Ausmaß des Pflegekräftemangels transparent, ist zudem teuer und hochbürokratisch. Die Selbstverwaltung hat schon Ende 2021 ein abgestimmtes Konzept für ein automatisiertes, bürokratiearmes und digitales Messinstrument vorgelegt, das auch Pflegequalität und Pflegemix berücksichtigt. Hier ist jetzt der Bundesgesundheitsminister gefordert. Darüber hinaus müssen endlich auch im Klinikbereich dringend notwendige Strukturreformen erfolgen, um die begrenzten Personalressourcen zu schonen.«

Dr. Susanne Wagenmann, Vorsitzende des Aufsichtsrats des AOK-Bundesverbandes (Arbeitgebervertreterin)

Entlasten statt Belasten

Krankenkassen-Selbstverwalter verabschieden Resolution

(31.08.22) Der Verwaltungsrat des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) weist Pläne des Bundesgesundheitsministeriums deutlich zurück, die prognostizierte Finanzierungslücke im Wesentlichen über höhere Beitragssätze zu schließen. Gerade vor dem Hintergrund der massiven Kostensteigerungen durch drastisch gestiegene Energiepreise müsse jetzt alles getan werden, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen nicht unnötig zusätzlich zu belasten, heißt es in einer jüngst verabschiedeten Resolution.

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AOK fragt nach: Versicherte sehen bei den Finanzen Bund und Pharma in der Pflicht

Grafik: Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen - stq

(29.08.22) Angesichts steigender Lebenshaltungskosten hält es nicht einmal jeder zehnte gesetzlich Versicherte für den richtigen Weg, das erwartete Defizit der gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr durch höhere Beiträge auszugleichen. Schätzungen gehen von mindestens 17 Milliarden Euro aus. Weniger als acht Prozent sind bereit, die GKV-Finanzen langfristig über höhere Beiträge zu stabilisieren. Das hat eine „Civey“-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes ergeben. Stattdessen bevorzugen die Befragten eine stärkere Preisregulierung bei Arzneimitteln und eine höhere Steuerbezuschussung der gesetzlichen Krankenkassen. Aktuell beträgt der gesetzlich festgelegte Zuschuss 14,5 Milliarden Euro. Zusätzlich sollen 2023 laut geplantem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) zwei Milliarden Euro fließen.

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Selbstverwaltung im Gespräch mit Frank Firsching, alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der AOK Bayern

„Wir brauchen eine bundesweite Datenbank gegen Betrug“

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G+G-Interview mit Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverband

„Das Jahr 2023 wird entscheidend“

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ams-Podcast: "Wir brauchen dringend klare Strukturreformen"

Foto: Vorstand des Aufsichtsrates des AOK-Bundesverbnades - DR. Susanne Wagenmann (Arbeitegeberseite), Knut Lambertin (Versichertenseite) - stq

16.05.22 (ams). Nach etwas mehr als 100 Tagen im Amt der alternierenden Aufsichtsratsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes für die Arbeitgeberseite zieht Dr. Susanne Wagenmann im Podcast des AOK-Medienservice (ams) ihre Auftakt-Bilanz. Gemeinsam mit ihrem Sozialpartner von der Versichertenseite, Knut Lambertin, gibt Wagenmann eine erste Einschätzung der gesundheitspolitischen Pläne des nicht mehr ganz so neuen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach, soweit sie zumindest vorliegen. "

Ich halte es für falsch über Beitragssatz-Erhöhungen zu diskutieren", kritisiert Wagenmann mit Blick auf entsprechende Pläne des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach zur Stabilisierung der GKV-Finanzen. Auch einen erneuten Zugriff auf die Rücklagen der Krankenkasse lehnen die AOK-Selbstverwalter ab. Es handele sich nicht um Gewinne, sondern um Rücklagen der Beitragszahler. "Es gilt weiterhin der Eigentumsvorbehalt des Grundgesetzes", unterstreicht Knut Lambertin. Beide fordern eindringlich, endlich vorhandene Effizienzreserven im Gesundheitssystem zu heben.

Ralf Breitgoff im Gespräch mit
Dr. Susanne Wagenmann und Knut Lambertin

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Krankschreibung: eAU auf dem Vormarsch

Foto: Frau am Tablet (Ausschnitt der Hände auf dem Display)

(24.08.22) Die Anzahl der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) nimmt rapide zu. Nach Angaben des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) wurden übermittelten Arztpraxen seit dem 1. August 2021 mehr als 22,2 Millionen Krankmeldungen als eAU an die Krankenkassen. Die Zahl habe sich von 678.000 im Juni auf zuletzt rund 1,3 Millionen pro Woche verdoppelt, teilte der Verband mit. Jährlich stellten Ärzte etwa 77 Millionen Krankmeldungen aus. Die eAU sei ein „echter Mehrwert für die Versicherten“, sagte die Verbandsvorsitzende Doris Pfeiffer.

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Personalbemessung im Krankenhaus: GKV-Spitzenverband fordert Festhalten an PePik

Foto: Zwei Pflegerinnen bei der Durchsicht von Dokumenten

(22.08.22) Die vom Gesetzgeber vorgesehene Personalbemessung der Pflege im Krankenhaus (PePik) sollte nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes ohne weitere Zwischenlösung umgesetzt werden. „Wir wollen in den Krankenhäusern eine moderne, digitale Pflegepersonalbemessung, damit Bürokratie in der Pflege ab- und nicht aufgebaut wird“, forderte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband. Daten könnten inzwischen längst digital erfasst und vernetzt werden. „Jedes Personalbemessungsinstrument muss sich daran messen lassen, ob es geeignet ist, die Qualität der Pflege am Krankenbett nachhaltig zu verbessern.“

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Schichtdienste und kurzfristige Dienstplanänderungen belasten ambulante Pflegekräfte besonders stark

Foto: Pflegerin unterstützt Seniorin bei der Körperpflege im Badezimmer

(16.08.22) Immer mobil und stets flexibel: Um von Haus zu Haus zu kommen, legen Beschäftigte in der ambulanten Pflege täglich 40 Kilometer vor allem mit dem Auto zurück. Durchschnittlich viermal pro Monat kontaktiert ihre Arbeitsstelle sie auch in der Freizeit, Führungskräfte werden im Schnitt siebenmal pro Monat außerhalb ihres Dienstes angerufen. Das geht aus einer heute veröffentlichten bundesweiten Online-Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hervor.

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Veranstaltungshinweise

6./7. Oktober 2022

Deutscher Pflegetag 2022 Veranstaltungen der AOK

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13. Oktober 2022

medico international: Chronik eines globalen Versagens – Debatte um eine solidarische Politik in der Coronakrise

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Köpfe

Foto: Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverband Deutschland - pr

... ist seit September Vorstandsvorsitzende des Sozialverband Deutschland. Die 61-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin und staatlich geprüfte Erzieherin war zuletzt Generalsekretärin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Davor leitete sie unter anderem das Berliner Büro des jüdischen Turn- und Sportverbandes Makkabi Deutschland und war Vizepräsidentin des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen.

 Foto: Dr. Thomas Rösel, Leitender Arzt beim Medizinischen Dienst Baden-Württemberg

... hat am 1. Juli die Position des Leitenden Arztes beim Medizinischen Dienst Baden-Württemberg übernommen. Sein Vorgänger PD Dr. Matthias Mohrmann ist am 30. Juni in den Ruhestand gegangen. Rösel ist bereits seit September 2012 in verschiedenen Funktionen im Medizinischen Dienst Baden-Württemberg tätig.

Foto: Prof. Dr. Claudia Wöhler (rechts), Vorstandsvorsitzende und Dr. Christine Adolph, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, des Medizinische Dienst Bayern - kq

... führen künftig den Medizinischen Dienst Bayern. Wöhler (rechts im Bild) übernimmt zum 1. Januar 2023 den Vorstandsvorsitz. Adolph hat ihr Amt als neue stellvertretende Vorstandsvorsitzende bereits am 1. Juni 2022 angetreten. Der Verwaltungsrat wählte Wöhler in seiner Sitzung am 25. Mai 2022. Sie wird Nachfolgerin von Reiner Kasperbauer, der nach über 20 Jahren beim Medizinischen Dienst Bayern zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Christine Adolph hatte der Verwaltungsrat bereits im Februar 2022 zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gewählt. Sie folgt auf Dr. Max Peter Waser, der in den Ruhestand gegangen ist.

Die künftige Vorsitzende Claudia Wöhler ist promovierte Diplom-Volkswirtin und seit Januar 2017 Landesgeschäftsführerin der BARMER in Bayern. Adolph ist ausgebildete Anästhesistin und Intensivmedizinerin und arbeitete lange Jahre als Fachärztin am Universitätsklinikum Augsburg. Seit 2011 steht sie in Diensten des MD Bayern. Seit 2017 leitet sie den Bereich Krankenhaus für die Region Süd.

Foto: Steffen Euler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des MD Hessen

… komplettiert das Führungsgremium des Medizinischen Dienstes Hessen. Der Verwaltungsrat wählte den 41-jährigen zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Euler übernimmt das Amt am 15. August 2022. Seit 2013 war er Verwaltungsleiter und Prokurist für das operative Management eines Berliner Krankenhauses der Akut- und Regelversorgung verantwortlich. Gemeinsam mit der Vorstandsvorsitzenden Sötkin Geitner, die bereits seit dem 01. März 2022 im Amt ist, führt Euler die Geschäfte des Medizinischen Dienstes Hessen nach den Richtlinien des Verwaltungsrats. Der Vorstand stellt den Haushaltsplan auf und vertritt den Medizinischen Dienst gerichtlich und außergerichtlich.

Foro: Doris Barnett, stv. Bundeswahlbeauftragte für die Sozialversicherungswahlen 2023

... ist von Bundessozialminister Hubertus Heil zur neuen stellvertretenden Bundeswahlbeauftragten für die Sozialversicherungswahlen berufen worden. Gemeinsam mit dem Bundeswahlbeauftragten Peter Weiß wird Barnett die Wahlen 2023 zu den Sozialparlamenten der deutschen Sozialversicherungsträger vorbereiten und begleiten. Die Juristin tritt die Nachfolge von Daniela Kolbe an, die nach Ihrer Wahl zur stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen um Entbindung von ihrer bisherigen Aufgabe gebeten hatte.

AOK erweitert mit Online-Coaches ihre Angebote für die Versicherten

Mit ihren innovativen Online-Coaches bietet die AOK für besonders belastete Zielgruppen schnelle und niedrigschwellige Hilfe im Netz - interaktiv, wissenschaftlich fundiert und für jeden Interessierten nutzbar. Unter Federführung des AOK-Bundesverbandes wird das Angebot der Online-Coaches Schritt für Schritt ausgebaut.

Altersdepressionen frühzeitig erkennen und behandeln

Foto: Seniorin mit traurigem Gesuchtsausdruck blickt auf einem Sofa sitzend ins Leere

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts leidet fast jeder achte Erwachsene einmal im Laufe seines Lebens an einer depressiven Störung, innerhalb eines Jahres sind es 7,1 Prozent der Bevölkerung. Krankenkassendaten zufolge erhält sogar mehr als jede zehnte Person eine Depressionsdiagnose pro Kalenderjahr. Die AOK hilft nicht nur den eigenen Versicherten unter anderem mit dem Familiencoach Depression dem neuen Modul "Depression im Alter".

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Fragen und Antworten zur Selbstverwaltung

Die paritätische Selbstverwaltung ist ein konstitutives Element der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit mehr als 135 Jahren übernimmt sie Aufgaben, die der Staat den Vertretern der Arbeitgeber und der Versicherten übertragen hat. Fragen und Antworten zur paritätischen Selbstverwaltung ...

Weitere Formen der Selbstverwaltung im gesundheitspolitischen Umfeld in Deutschland