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AOKs erzielen 2015 Rekordergebnis durch Rabattverträge

Zum 1. April zwei neue Vertragstranchen gestartet

Logo: AOK-Arzneimittelrabattverträge

(01.04.16) Durch Arzneimittelrabattverträge hat die AOK-Gemeinschaft 2015 knapp 1,5 Milliarden Euro bei den Ausgaben einsparen können. Für die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt beliefen sich die Minderausgaben auf rund 3,6 Milliarden Euro. "Nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr haben wir das Ergebnis 2015 noch einmal verbessern können", sagte der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Arzneimittelrabattverträge, Dr. Christopher Hermann, am Freitag (1. April) in Stuttgart.

Zu Monatsbeginn schließen zwei neue Vertragstranchen an die Ende März ausgelaufenen Verträge der Tranche AOK XIII an. "AOK XV" und "AOK XVI" haben eine Laufzeit von jeweils zwei Jahren und beinhalten Verträge über zusammen 106 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen. "Neben den Kontrakten für auslaufende Verträge sind wieder neue Wirkstoffe hinzu gekommen, die zwischenzeitlich patentfrei geworden sind. Dazu gehören zum Beispiel das Neuroleptikum Aripiprazol und das Herzmedikament Eplerenon", erläuterte Hermann.

Nach Darstellung des Vorstandschefs haben die Rabattverträge entscheidend dazu beigetragen, dass die AOK-Gemeinschaft 2015 mit einem leichten Plus abschließen konnte: "Durch die Arzneimittelrabattverträge haben die AOKs 2015 knapp elf Prozent bei den Arzneimittelausgaben einsparen können. Der GKV-Schnitt liegt bei 9,7 Prozent."

Die zum 1. April 2016 startenden Tranchen im Überblick:

AOK XV:

  • Laufzeit: 1. April 2016 bis 31. März 2018
  • Verträge über 103 Wirkstoffe/Wirkstoffkombinationen in 105 Fachlosen (19 im Mehrpartnermodell vergeben)
  • 45 Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften
  • AOK-Umsatzvolumen: 1,9 Milliarden Euro

AOK XVI:

  • Laufzeit: 1. April 2016 bis 31. März 2018
  • Verträge über drei Wirkstoffe (alle im Mehrpartnermodell vergeben)
  • 10 Pharmaunternehmen/Bietergemeinschaften
  • AOK-Umsatzvolumen: 150 Millionen Euro

Durch gesetzgeberische Maßnahmen aus dieser Legislaturperiode prognostizieren Experten einen Ausgabenanstieg im Gesundheitswesen um bis zu 40 Milliarden Euro. Dazu tragen auch die Entwicklungen im Arzneimittelbereich bei. Hermann: "Auch vor diesem Hintergrund sind die bewährten Rabattverträge ein unverzichtbares Instrument, mit dem eine Krankenkasse ihre Arzneimittelausgaben individuell besser steuern kann."

Die Rabattverträge für patentfreie Arzneimittel ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge haben den Wettbewerb im Bereich des Generikamarktes deutlich in Schwung gebracht. Die laufenden AOK-Verträge decken rund zwei Drittel dieses Marktes ab. Sie umfassen alle markt- und ausgabenrelevanten Wirkstoffe. Aktuell laufen Verträge für 276 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen mit einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von insgesamt rund fünf Milliarden Euro (Stand April 2016).

(Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 01.04.16)