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AOK-Rabattverträge garantieren Wettbewerb

Zuschläge für Generika erteilt: Umsatzvolumen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro

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(10.11.15) Die AOK-Gemeinschaft hat jetzt die Zuschläge für neue bundesweite Arzneimittelrabattverträge erteilt. Mit einem Umsatzvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro wird die nunmehr 15. Tranche zum 1. April 2016 an den Start gehen. "Wir haben für insgesamt 104 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, aufgeteilt in 106 Fachlose, Verträge mit 45 Pharmaunternehmen abgeschlossen. Darunter sind auch ein Unternehmen aus Österreich und erneut einige Newcomer. Die AOK-Rabattverträge bleiben damit Garant für einen lebendigen Wettbewerb", sagte der Verhandlungsführer für die Generika-Verträge, Baden-Württembergs AOK-Vorstandschef Dr. Christopher Hermann, am Dienstag (10. November) in Stuttgart.

Die neuen Verträge starten Anfang April 2016 und laufen über zwei Jahre bis zum 31. März 2018. Für 21 Fachlose, die besonders häufig verordnet werden, hat die AOK Verträge im Mehr-Partner-Modell geschlossen, 86 wurden exklusiv an einzelne Unternehmen vergeben. Die Zuschläge betreffen Medikamente, deren Umsatzvolumen innerhalb der AOK-Gemeinschaft rund 1,7 Milliarden Euro beträgt (Basis: Apothekenverkaufspreis). Zu den besonders umsatzstarken Präparaten der Tranche zählt der Magensäure-Hemmer Pantoprazol.

Gegenstand der Ausschreibung waren in erster Linie Anschlussverträge für die Ende März 2016 auslaufenden Kontrakte der Tranche 12. Hinzugekommen sind einzelne Wirkstoffe, die zwischenzeitlich patentfrei geworden sind. Dazu gehören zum Beispiel das Neuroleptikum Aripiprazol und das Herzmedikament Eplerenon.

Für fünf der Ende Juli ausgeschriebenen 119 Fachlose wurden keine Angebote abgegeben. Fünf weitere Fachlose wurden vor Ablauf der Angebotsfrist ausgegliedert.

Die Rabattverträge für Generika ermöglichen Einsparungen ohne Verlust an Qualität in der Arzneimittelversorgung. Das eingesparte Geld steht zum Beispiel für innovative Versorgungsformen zur Verfügung. Die Rabattverträge haben den Wettbewerb im Bereich der Generika deutlich in Schwung gebracht. Allein die AOK-Gemeinschaft hat dank der Verträge in den vergangenen acht Jahren (2007 bis Ende 2014) knapp vier Milliarden Euro weniger für Medikamente ausgeben müssen. 2013 und 2014 betrugen die Minderausgaben jeweils rund 1,15 Milliarden Euro.

Aktualisierung 22. Dezember 2015: Zuschläge für "Nachzügler" und AOK XVI

Für die ausgegliederten Wirkstoffe Levetiracetam (Anwendungsgebiet Epilepsie) und Metamizol natrium (Anwendungsgebiet Schmerzen) wurde die Angebotsfrist bis zum 25. November 2015 verlängert. Die Zuschläge wurden am 22. Dezember 2015 an die Unternehmen Heunet und Aurobindo (Levetiracetam) sowie an die Bietergemeinschaft Zentiva/Sanofi (Matamizol natrium) erteilt. Die Verträge decken einen AOK-Umsatz von zuletzt 166 Millionen Euro ab.

Bei den anderen ausgegliederten Wirkstoffem handelt es sich um Hydromorphon hydrochlorid, Morphin und Oxycodon. Die Mittel zur Behandlung starker Schmerzen wurden im Drei-Partner-Modell gesondert als Tranche AOK XVI ausgeschrieben. Die Angebotsfrist endete ebenfalls am 25. November 2015. Am 22. Dezember wurden die Zuschläge an insgesamt zehn Pharmaunternehmen bzw. Bietergemeinschaften vergeben. Der AOK-Umsatz für diese drei Wirkstoffe lag zuletzt bei rund 150 Millionen Euro.

Die Laufzeiten der am 22. Dezember 2015 geschlossenen Verträge für die fünf Wirkstoffe entsprechen den Kontrakten von AOK XV. Sie starten damit ebenfalls am 1. April 2016 und enden am 31. März 2018.

(Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 10.11.15)