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ams-Thema 03/16: Wege zu mehr Gesundheitskompetenz

ams-Grafik: Gesundheitskompetenz in Deutschland

07.09.16 (ams). Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz haben ungleich mehr Schwierigkeiten, eine Krankheit zu bewältigen, als ein Mensch mit hoher Gesundheitskompetenz. Sie haben beispielsweise große Probleme, unterschiedliche Behandlungsoptionen zu beurteilen sowie Packungsbeilagen für Arzneimittel zu verstehen und zu bewerten. Ebenso wenig können sie problemlos entscheiden, wann eine ärztliche Zweitmeinung sinnvoll ist und wann nicht. Menschen mit eingeschränkter oder unzureichender Gesundheitskompetenz wissen zudem häufig nicht, wohin sie sich mit gesundheitlichen Problemen wenden sollen. Sie werden häufiger im Krankenhaus behandelt und nehmen häufiger den ärztlichen Notdienst in Anspruch. Schließlich fühlen sie sich subjektiv nicht nur häufiger krank, sondern leiden tatsächlich häufiger unter chronischen Krankheiten oder Gesundheitsstörungen.

Die Zahlen für Deutschland nennt die renommierte Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld im Interview mit dem AOK-Medienservice (ams) "besorgniserregend". Über die Hälfte der Menschen in Deutschland hat Probleme mit dem Verständnis oder der Verarbeitung gesundheitsrelevanter Informationen. Das sind so viele wie in keinem vergleichbaren Land in Europa. Auch die Bundesregierung sieht die Notwendigkeit des Handelns. Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat die Schirmherrschaft für einen Nationalen Aktionsplan übernommen, eine Initiative der Universität Bielefeld, der Hertie-School of Governance und des AOK-Bundesverbands. Die ams-Themenausgabe beleuchtet den Stand der Diskussion und liefert wichtige Zahlen und Fakten zur Situation in Deutschland.