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Gastritis: Was tun, wenn der Magen gereizt ist

Komplikationen und Risiken vorbeugen

24.05.18 (ams). Aufstoßen, Übelkeit, Magenschmerzen oder Appetitlosigkeit - es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht schon einmal mit Magenbeschwerden herumgeplagt hat. Grund dafür kann eine akute Entzündung der Magenschleimhaut, eine Gastritis, sein. Schätzungen zufolge bekommen 23 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens eine akute Gastritis mit deutlich spürbaren Beschwerden. Mit dem Alter steigt das Risiko. Allerdings gibt es auch eine chronische Verlaufsform der Magenschleimhautentzündung, die oft nur wenige oder gar keine Beschwerden verursacht. Eine der häufigsten Ursachen einer Magenschleimhautentzündung ist eine Infektion mit Helicobacter-pylori-Bakterien. Diese Bakterien stören die Regulierung der Magensäureproduktion. Es kommt zu einer Übersäuerung, die die Magenschleimhaut und Magenwand schädigen kann. Eine Infektion heißt jedoch nicht, dass es auch zu einer Entzündung kommen muss. Nach Schätzungen tragen nämlich 40 von 100 Menschen in Deutschland das Helicobacter-Bakterium in sich, doch nur bei etwa vier bis acht von ihnen führt es zu einer Gastritis. Auch die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln, wie ASS, Diclofenac oder Ibuprofen, kann die Entstehung einer Gastritis verursachen, da sie die Bildung des schützenden Magenschleims stört.


Sendefertige Radio-O-Töne mit Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband

Chronische und akute Formen

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Die Behandlung hängt von der Ursache ab

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Bei einer akuten Gastritis klingen die Beschwerden in der Regel nach einiger Zeit von selbst wieder ab. "Betroffene sollten dann unterstützend auf fette Mahlzeiten, Alkohol und Nikotin verzichten und für mehr Entspannung im Alltag sorgen", sagt  Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband. "Wenn das nicht ausreicht, um die Beschwerden zu lindern, kommt eine Behandlung mit Medikamenten infrage."

CHRONISCHE GASTRITIS

Bei der chronischen Gastritis unterscheiden Mediziner je nach Ursache zwischen den Typen A, B und C. Bei etwa 85 Prozent der Patienten löst das Bakterium Helicobacter pylori eine Entzündung der Magenschleimhaut aus (Typ B). Bei rund zehn Prozent der Patienten verursachen Schmerzmittel wie ASS, Diclofenac, Ibuprofen oder der Rückfluss von Galle eine Gastritis vom Typ C. Mit fünf Prozent eher selten ist eine Autoimmunerkrankung, die eine chronische Typ-A-Gastritis hervorruft.

Anders als die akute Verlaufsform verursacht eine chronische Gastritis oft nur wenige oder gar keine Beschwerden. Daher bleibt sie häufig unentdeckt und wird erst diagnostiziert, wenn bereits Schäden an der Magenwand, zum Beispiel Magengeschwüre, aufgetreten sind. Denn ist die Magenschleimhaut geschädigt, kann sie die Magenwand nicht mehr ausreichend vor Magensäure und Krankheitserregern schützen. "In einigen Fällen ist die Magenschleimhaut so stark entzündet, dass es zu Verletzungen und Geschwüren kommt, aus denen es bluten kann. Das zeigt sich zum Beispiel durch Erbrechen von kaffeesatzartigem Blut oder auffallend schwarzen Stuhlgang. In einem solchen Fall sollte sofort ein Arzt alarmiert werden", sagt Mediziner Bleek. Der Arzt stellt eine Gastritis mithilfe einer Magenspiegelung fest, bei der die Magenschleimhaut untersucht wird. Zusätzlich kann er eine Gewebeprobe entnehmen, um die Ursache der Entzündung zu klären. Wer merkt, dass Stress, Alkohol oder Nikotin Einfluss auf die Beschwerden haben, sollte die Ernährung umstellen: auf Alkohol verzichten, das Rauchen aufgeben und für mehr Entspannung im Alltag sorgen. Verursachen Schmerzmittel eine Gastritis, ist es ratsam, in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt auf andere Schmerzmedikamente auszuweichen oder das Schmerzmittel mit einem Säurehemmer zu kombinieren. Ist das Bakterium Helicobacter pylori der Auslöser, wird es durch eine Kombinationstherapie aus Antibiotika und Säureblocker abgetötet.