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Damit Silvester nicht auf die Ohren geht

Knalltrauma durch Böller & Co. vorbeugen

19.12.16 (ams). Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich zum Jahreswechsel ein Knalltrauma, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist. Auch wenn es noch so schön laut und bunt ist: Um Hörschäden zu vermeiden, ist Vorsicht angesagt. Es fühlte sich an wie Watte in den Ohren, berichtet ein Betroffener. Dazu gesellte sich ein anhaltender lauter Piepton. Am nächsten Tag hatte sich das eine Ohr erholt, der Ton war aber auf dem linken Ohr noch zu hören. Bei hohen Frequenzen schepperte es im Ohr - wie bei einer Lautsprecherbox, die übersteuert ist. "Bei einem Knalltrauma wird das Innenohr durch ein plötzliches, sehr lautes, nur wenige Millisekunden dauerndes Geräusch verletzt", erklärt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. Wenn ein Feuerwerkskörper in weniger als zwei Metern Entfernung explodiert, wirken auf die Ohren Schallimpulse von mehr als 150 Dezibel. Das ist lauter, als wenn ein Düsenjet in 25 oder 30 Metern Entfernung startet. Die Schwelle, ab der das Gehör Schaden nehmen kann, liegt aber schon bei einer Dauerbeschallung von mehr als 85 Dezibel. 


Sendefähiges Hörfunk-Angebot mit Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband, im O-Ton

Hörfunk-Beitrag: "Knalltrauma - Gehör vor Böllern & Co schützen"

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Radio-O-Ton: "Wie kommt es zu einem Knalltrauma?"

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Etwa 8.000 Menschen in Deutschland erwischt es zu Silvester, dreimal so viele Männer wie Frauen und vor allem junge Menschen zwischen sechs und 25 Jahren. Häufig ist es mangelnde Vorsicht, manchmal aber auch Pech, wenn so nah ein Böller losgeht. Ein Knalltrauma kann auch ausgelöst werden durch eine am Ohr abgefeuerte Pistole, durch einen Airbag, durch einen Schlag aufs Ohr oder sogar durch eine fest zuschlagende Tür. 

Teile der Hörschnecke im Innenohr werden durch diese extremen Schalldruckpegel geschädigt, Hauptsymptome sind anhaltende Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwerhörigkeit. Die Betroffenen haben vor allem Probleme bei der Wahrnehmung hoher Frequenzen. Klingeltöne und hohe Stimmen hören sie deutlich schlechter als zuvor. Das Ohr fühlt sich wie verstopft an. Stechende Schmerzen im Ohr oder Schwindel können weitere Hinweise auf ein Knalltrauma sein. Je nach Auslöser sind eines oder beide Ohren betroffen. "Häufig klingen die Symptome innerhalb weniger Stunden ab", sagt AOK-Arzt Ebel. "Wenn nicht, sollten Betroffene einen Ohrenarzt aufsuchen, weil sonst bleibende Schäden die Folge sein können." Der HNO-Arzt prüft zum Beispiel, wie das Gehör verschiedene Frequenzen wahrnimmt, untersucht das Ohr und kann so die Diagnose Knalltrauma stellen. Zu den therapeutischen Möglichkeiten gehören vor allem Infusionen mit Kortison, die hochdosiert begonnen und langsam reduziert werden. Je früher die Therapie eingeleitet wird, desto besser. Die Prognose ist in den meisten Fällen gut, die Symptome bilden sich häufig im Laufe von einigen Wochen wieder zurück. 

Abstand zu Böllern und Raketen halten

Ohren kann man nicht zuklappen. "Der beste Schutz für das Gehör ist es deshalb, ausreichend Abstand zu Böllern und Raketen zu halten", betont Ebel. Liebhaber des großen Feuerwerks sollten einen Gehörschutz tragen. Ohrstöpsel sind in Drogerien, Baumärkten, Apotheken oder auch in Musikgeschäften erhältlich. Besonders komfortabel ist es, sich passgenaue Stöpsel beim Hörakustiker anfertigen zu lassen.


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