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COPD: Wenn das Atmen immer schwerer wird

Schwere chronische Atemwegserkrankung

26.10.16 (ams). COPD - hinter diesem Kürzel verbirgt sich eine schwere ­Atemwegs­erkrankung, die weit häufiger vorkommt als vermutet. Doch vielen Menschen ist COPD gar kein Begriff. Dabei ist eine frühe Diagnosestellung  wichtig, um den Verlauf zu verlangs­amen oder zu stoppen. Voraussetzung dafür: ein Verzicht auf Nikotin, denn Rauchen ist die Hauptursache.
"Zuerst habe ich gedacht, dass ich erkältet bin. Das ging aber nicht weg, sondern wurde immer schlimmer", berichtet Katharina. "Dann kam ich die Treppen kaum mehr hoch. Wenn ich es dann geschafft hatte, war ich völlig ausgepumpt und vollkommen fertig." Die 65-jährige Raucherin ging zum Arzt, kurze Zeit später stand die Diagnose fest: COPD - die Abkürzung für "Chronic Obstructive Pulmonary Disease", eine chronische, die Atemwege verengende Lungenerkrankung. Der Welt-COPD-Tag am 9. November 2016 möchte auf diese relativ unbekannte, aber häufige Erkrankung aufmerksam machen. Geschätzt leiden fünf bis zehn von 100 Menschen, die älter als 40 Jahre sind, an einer COPD. Männer erkranken noch häufiger daran als Frauen, weil der Raucheranteil bei Männern höher ist. "Exakte Zahlen gibt es nicht, weil viele Menschen, die im Anfangsstadium stecken, noch nichts von ihrer Erkrankung wissen", sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband. "Denn eine COPD beginnt sehr langsam und schrittweise." Wer denkt schon bei Husten an eine schwere Erkrankung? Zumal die charakteristische Atemnot anfangs nur bei größeren Anstrengungen spürbar ist. Beschwerden wie hartnäckiger Husten werden oft als sogenannter Raucherhusten abgetan oder für eine Erkältung oder  Bronchitis gehalten. COPD von anderen Lungenerkrankungen abzugrenzen, ist nicht immer leicht. "Bei der COPD handelt es sich um eine dauerhafte Verengung der Atemwege, die sich auch nach Gabe von Medikamenten nicht mehr vollständig zurückbildet", erklärt Eymers. Der Großteil der COPD-Erkrankungen geht auf langjähriges Rauchen zurück. Die Reizstoffe im Tabakrauch bewirken eine chronische Entzündung der Bronchien. Dadurch werden bestimmte Umbauprozesse an den unteren Atemwegen in Gang gesetzt: Die Schleimhäute in den Bronchien schwellen dauerhaft an. Es wird permanent mehr Schleim produziert, der wiederum schlechter herausbefördert werden kann. Denn die Flimmerhärchen werden langsam zerstört, die für die Selbstreinigung der Atemwege zuständig sind. Zudem tragen die Wände der Bronchien Schäden davon, es bildet sich eine Art Narbengewebe. Alle diese Mechanismen zusammen haben zur Folge, dass die unteren Atemwege sich verengen, und zwar zunehmend.
Diese Veränderungen treiben oft die Entstehung eines Lungenemphysems voran: Die Wände der Lungenbläschen, die am Ende der feinsten Ästchen der Bronchien (Bronchiolen) sitzen und das eigentliche Lungengewebe bilden, werden unumkehrbar überbläht und zerstört.


Sendefertige Radio-O-Töne mit Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband

Was ist COPD?

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Was man gegen die Erkrankung tun kann

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Dadurch gelangt immer weniger Sauerstoff ins Blut.Im fortgeschrittenen Stadium wird das Atmen zur Schwerstarbeit, selbst bei leichten Tätigkeiten wie einkaufen gehen, Schuhe zubinden, Hände waschen oder sogar essen. Dies sind schleichende Prozesse, aber die Krankheit kann sich auch akut verschlimmern: sogenannte Exazerbationen. Husten und Atemnot nehmen zu, was häufig einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. Schließlich wird der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen: Herzschwäche, Gewichtsverlust und Muskelabbau können die Folge sein. Wichtigste Maßnahme, um diesen Verlauf zu bremsen, ist ein Rauchstopp. Patienten, die aufgehört haben zu rauchen, erleben deutlich weniger akute Verschlechterungen und Krankenhauseinweisungen. Doch das Rauchen aufzugeben, ist ein schwieriges Unterfangen - hilfreich können Entwöhnungsprogramme sein, die die AOK anbietet.

Eine COPD ist nicht heilbar. Notwendig ist es, die Behandlung der Erkrankung mit dem Arzt, zumeist ist es ein Lungenfacharzt, gut abzusprechen. Um die Symptome zu lindern und die Atemkraft zu erhalten, ist es wichtig, den Therapieempfehlungen des Arztes zu folgen. Das erfordert auch eine große Eigenverantwortung der Patienten. COPD-Patienten sollten zudem beachten, dass Atemwegsinfektionen bei ihnen häufig akute Schübe und eine Verschlimmerung der Krankheit auslösen. Daher sollten sie alle Möglichkeiten der Vorbeugung nutzen. Dazu gehören auch Impfungen, etwa die jährliche Grippe-Schutzimpfung gegen Influenza-Viren sowie eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken-Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können. Neben Medikamenten verbessern Sport und Bewegung die körperliche Belastbarkeit und die Atemnot. Für COPD-Patienten gibt es spezielle Bewegungsprogramme und Lungensport-Gruppen. Zusätzlich helfen Atemübungen, das Lungenvolumen zu vergrößern, die Atemmuskulatur zu stärken und Atemnot vorzubeugen. Empfehlenswert ist es für COPD-Patienten, an einem Disease-Management-Programm teilzunehmen, etwa am AOK-Curaplan COPD, um alle Behandlungsbausteine - Medikamente, körperliches Training, Patientenschulung, Atemtherapie und nicht zuletzt Raucherentwöhnung - bestmöglich zu koordinieren. Fester Bestandteil solcher strukturierten Behandlungsprogramme sind Schulungen für die Patienten, in denen sie lernen, wie sie die Therapie aktiv mitgestalten können. Die Teilnahme an AOK-Curaplan ist freiwillig. AOK-Versicherte, die sich für die Teilnahme entscheiden, füllen gemeinsam mit dem behandelnden Arzt die entsprechenden Unterlagen aus.

AHA! Symptome und Verlauf

Charakteristisch für COPD sind die AHA-Symptome:

  • Atemnot, Husten, Auswurf.
  • Typisch sind außerdem sogenannte Exazerbationen: akute Verschlimmerungen der Krankheit.
  • Die COPD wird in vier Schweregrade eingeteilt, vor allem abhängig von der getesteten Lungenfunktion und Stärke der Beschwerden. Im späteren Stadium kann eine Behandlung mit Sauerstoff helfen, die Atmung zu unterstützen.


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