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Allergiepass: Wichtige Infos für den Notfall

Auf einen Blick

26.08.15 (ams). Ein warmer Sommer mit vielen Wespen zeigt es: Für die meisten Menschen ist ein Stich des Insekts zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. Für Allergiker kann ein Wespenstich jedoch lebensgefährlich werden. Auch bestimmte Lebensmittel oder Medikamente können heftige Reaktionen bei manchen Menschen auslösen. "Damit Betroffene im Notfall schnell die richtige Hilfe bekommen, sollten sie immer einen Allergiepass bei sich tragen", sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband. Pollen, Milben, Konservierungsstoffe, Insektengifte, Medikamente oder Lebensmittel: Zahlreiche Stoffe können Allergien auslösen. Millionen von Menschen sind davon betroffen. Doch muss längst nicht jeder, der von Birkenpollen tränende Augen bekommt, einen Allergieausweis haben. Sinnvoll und wichtig ist der Ausweis für Allergiker, wenn sie

  • bereits eine gefährliche Situation erlebt haben
  • oder wissen, dass ihnen starke, lebensgefährliche Reaktionen drohen können, etwa ein anaphylaktischer Schock.

Der anaphylaktische Schock ist die schwerste allergische Reaktion und kann sich auf den gesamten Organismus auswirken. So können sich binnen Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen juckende Quaddeln bilden und die Schleimhäute so anschwellen, dass der Betroffene nach Luft ringt. Beim allergischen Schock wird der Botenstoff Histamin in großer Menge freigesetzt. Dies kann zu einer sofortigen Erweiterung der Blutgefäße und einem gravierenden Abfall des Blutdrucks führen, im schlimmsten Fall zum Kreislaufversagen. Bekannte Auslöser dieser extremen Reaktionen sind vor allem Insektengifte und Erdnüsse. Aber auch andere Stoffe wie Medikamente, etwa Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, Antibiotika oder Röntgenkontrastmittel sind für starke Allergien verantwortlich. Darüber hinaus können Allergiker auch auf andere Stoffe reagieren, zum Beispiel auf Bestandteile von Cremes oder Waschmittel oder Pollen und Hausstaubmilben.

Hilfe für Ärzte und Apotheker

Der Allergiepass ist vor allem für Ärzte und Apotheker eine wichtige Hilfe, um entweder im Notfall schnell richtig zu reagieren oder Notfälle zu vermeiden. Der Pass wird vom Arzt ausgefüllt, meist ist es der Hautarzt oder Allergologe, je nachdem, wer die Allergie festgestellt hat. Kurz und knapp werden die Substanzen aufgelistet, die bei den Betroffenen lebensbedrohliche allergische Reaktionen auslösen. Häufig werden dort aber auch Kontaktallergien aufgeführt, deren Reaktion nicht lebensgefährlich werden muss. Neben dem Deutschen Allergie- und Asthmabund bieten unter anderem auch Ärzteverbände Allergiepässe an, die unterschiedlich gestaltet sein können. Die unterschiedliche Optik spielt jedoch keine Rolle, Hauptsache, die wichtigsten Informationen sind für den Arzt auf einen Blick zu erfassen. 

Auch im Alltag eine Unterstützung

Die Allergiker sollten den Pass sowohl bei jedem Arzt- und Zahnarztbesuch als auch in der Apotheke vorlegen. So wissen die jeweiligen Experten, ob sie dem Allergiker bestimmte Medikamente oder Kontrastmittel nicht geben dürfen. Kommt es doch zu einem Notfall, kann der Notarzt schneller richtig reagieren. Auch im eigenen Alltag kann der Pass eine gute Hilfe sein: Beim Einkauf von Cremes oder Lotionen kann man besser die allergieauslösenden Inhaltsstoffe vergleichen und vermeiden. Wer unter einer Allergie leidet, die schon lebensgefährliche Reaktionen ausgelöst hat, sollte sich vom Arzt auf jeden Fall auch über das Mitführen eines Notfallsets beraten lassen.

Zum ams-Ratgeber 08/15