vorlesen

Um 7,1 Kilometer ...

Zahl des Monats

12.04.18 (ams) ... würde sich im Bundesdurchschnitt für einen Patienten der Anfahrtsweg ins Krankenhaus verlängern, wenn nur noch Kliniken für eine Darmkrebsoperation zugelassen wären, die mindestens 50 solcher Eingriffe pro Jahr durchführen. Das zeigen die Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den Krankenhaus-Report 2018.

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) fordert eine Mindestmenge von 20 für die Operation des Rektumkarzinoms und von 30 für das Kolonkarzinom, um eine Klinik als Krebszentrum zu zertifizieren. Aktuell kämen dafür 385 Krankenhäuser in Frage. Allerdings sind 2015 in Deutschland rund 44.000 Darmkrebsoperationen in mehr als 1.000 Krankenhäusern vorgenommen worden. Ein Viertel der Kliniken hat den Eingriff maximal 17 Mal im Jahr durchgeführt, ein weiteres Viertel maximal 33 Mal.

Die Spezialisierung und Zentralisierung von Krebszentren hat regional durchaus unterschiedliche Auswirkungen. Im dicht versorgten Nordrhein-Westfalen (NRW) stiege der mittlere Anfahrtsweg von sechs auf lediglich zehn Kilometer, in Mecklenburg-Vorpommern von 13 auf 33 Kilometer. Letztlich wären es nur wenige Regionen in Deutschland, für die etwas längere Wege anfallen. Heute haben 0,03 Prozent der Bevölkerung einen Anfahrtsweg von über 50 Kilometern. Dieser Anteil stiege auf 2,5 Prozent.

„Wenn sich die Therapiequalität erhöht und Überlebenschancen besser werden, sollten etwas längere Fahrstrecken kein Thema sein“, unterstreicht WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber, Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports. „Wir wissen aus Befragungen, dass die Menschen schon jetzt längere Wege in Kauf nehmen, um in guten Krankenhäusern versorgt zu werden.“

Der Krankenhaus-Report 2018 bestätigt und ergänzt Ergebnisse der Qualitätsmonitore 2018 und 2017 sowie des Krankenhaus-Reports 2017.


Zum ams-Politik 04/18