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Foro: Apotheker sucht rezeptpflichtiges Medikament

17.08.17 (ams) ... die seit 2011 neu auf dem Markt gekommen sind, haben keinen belegten Zusatznutzen. In den sechs Jahren seit Gültigkeit des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) mehr als 200 Bewertungsverfahren zu neuen Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen abgeschlossen. Ohne Zusatznutzen unterliegt ein Medikament der Festbetragsregelung. Bei nachgewiesenem Zusatznutzen muss der Pharmahersteller innerhalb eines Jahres nach Markteinführung mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Preisverhandlungen führen. Basis für die Preisverhandlung ist eine Kosten-Nutzen-Bewertung des Medikamentes, die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) oder in seinem Auftrag das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellt.

Für die ersten zwölf Monate kann ein Pharmahersteller die Preise für patentgeschützte Medikamente frei festsetzen. Dies gilt selbst für Medikamente, die im Zuge der Nutzenbewertung keinen Zusatznutzen nachweisen können. An dieser Regelung des AMNOG hat auch die Arzneimittelreform der Großen Koalition nichts geändert. Mondpreisen zulasten der GKV stehen weiterhin Tür und Tor offen. Patentgeschützte Medikamente erzielen seit Jahren Rekordumsätze, wie die Arzneiversorgungs-Reporte regelmäßig dokumentieren. Insgesamt 38,44 Milliarden Euro hat die GKV laut der endgültigen Rechnungsergebnisse 2016 für Arzneimittel ausgegeben.

Die AOK fordert in ihrem Positionspapier zur Bundestagswahl, dass die nach der Nutzenbewertung verhandelten Erstattungspreise rückwirkend ab dem ersten Tag des Marktzugangs gelten müssen. Außerdem müsse der Zusatznutzen bei der Preisbildung im Vordergrund stehen. Bislang werden die Preise vergleichbarer Arzneimittel sowie die Preise im europäischen Ausland ebenfalls berücksichtigt. Arzneimittel des Bestandsmarkts sieht die AOK ebenfalls auf dem Prüfstand. Auch diese Präparate müssten einer Nutzenbewertung unterzogen werden.


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