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Expertentreffen setzt wichtigen Meilenstein

Aktionsplan Gesundheitskompetenz

17.08.17 (ams). Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz (NAP) soll bereits im ersten Quartal 2018 vorliegen und kommt damit deutlich schneller als geplant. 60 Fachleute aus Verbänden, Politik, Forschung und Wissenschaft haben Mitte Juli auf einer Konsultationsveranstaltung beim AOK-Bundesverband in Berlin Handlungsempfehlungen zur Umsetzung des NAP beraten. "Durch das breit angelegte Treffen ist es gelungen, die Expertise der zahlreichen und kompetenten Akteure im Gesundheitswesen bereits während des laufenden Prozesses einzubinden", bilanzierte AOK-Präventionsexperte Dr. Kai Kolpatzik. Der Bundesverband hatte vor gut einem Jahr zusammen mit der Hertie-School of Governance und der Universität Bielefeld die Initiative für den NAP ergriffen.

Im Mai 2016 hatten Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Verbandschef Martin Litsch die Entwicklung eines nationalen Aktionsplanes angekündigt. Minister Gröhe übernahm die Schirmherrschaft, Robert-Bosch-Stiftung und AOK unterstützen das Projekt finanziell. Im September 2016 gab es beim AOK-Bundesverband das erste Treffen des hochkarätig besetzten Expertenbeirats. Zum Leitungsgremium gehören die Sprecherin, die ehemalige Gesundheitsweise Professor Doris Schaeffer von Universität Bielefeld, der stellvertretende Sprecher Professor Klaus Hurrelmann, Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswissenschaftler an der Hertie School of Governance, der Bielefelder Sozialisationsforscher Professor Ullrich Bauer und Dr. Kai Kolpatzik, Leiter der Abteilung Prävention beim AOK-Bundesverband. In den Konsultationsprozess waren zusätzlich die Partner der von Gröhe ins Leben gerufenen Allianz für Gesundheitskompetenz eingebunden. "Wir ziehen an einem Strang", betont Kolpatzik.

Ansatz geht über das Gesundheitswesen hinaus

Schneller als geplant hat die Expertenrunde nun die Handlungsbereiche wissenschaftlich hergeleitet und ausgearbeitet. Für die einzelnen Bereiche müssen wiederum etwa zwölf bis 15 Handlungsempfehlungen formuliert werden. Der NAP gebe wichtige Antworten auf die Frage, wie man die Qualität der Gesundheitsversorgung für Patienten, Versicherte und Bürger erfahrbar machen und ihnen helfen könne, sich im Gesundheitswesen besser zurecht zu finden, unterstrich Dr. Sabine Richard, Geschäftsführerin Versorgung im AOK Bundesverband, die Bedeutung der Initiative. "Wir finden es gut, dass mit dem Nationalen Aktionsplan ein Ansatz gewählt wird, der über das Gesundheitssystem hinausgeht und in die Gesellschaft strahlt", so Richard.

Über den NAP hinaus versucht die AOK auf vielen Wegen, Gesundheitskompetenz zu vermitteln, Versorgung sichtbar und Qualität messbar zu machen. Als wichtiges Beispiel nannte Sabine Richard die AOK-Faktenboxen, die inzwischen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus auf Interesse stoßen.

Beiratssprecherin Doris Schaeffer gab für die kommenden Monate das Ziel aus, die vielen Einzelinitiativen zu bündeln und unter dem Dach des NAP ein breites Programm zu erarbeiten, um die Gesundheitskompetenz in Deutschland effektiver fördern zu können.

Aus Schaeffers Sicht hat das Expertentreffen vor allem deutlich gemacht, "dass alle das Thema nach vorne bringen wollen". Inhaltlich habe der Expertenbeirat sehr unterschiedliche und viele Anregungen bekommen. "Ich fühle mich in unserer Annahme bestätigt, dass wir den Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz sehr breit aufstellen müssen." Der Aktionsplan solle bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden, um ihn Anfang 2018 der Öffentlichkeit vorstellen zu können.


Zum ams-Politik 08/17