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Gut aufgehoben in Deutschlands größter Pflegekasse

AOK-Pflegeberatung

13.04.17 (ams). Das Pflegeberatungsangebot der AOK erreicht Topwerte. Knapp 37.000 Menschen hat das Zentrum für Sozialforschung Halle repräsentativ nach ihrer Erfahrungen befragt. Rund 12.300 von ihnen haben geantwortet. Das Ergebnis: Egal, ob es um Fachkompetenz, Verständlichkeit, Einfühlungsvermögen, Freundlichkeit oder Objektivität geht – bei all diesen Beratungsaspekten erreicht die AOK Zufriedenheitswerte von rund 90 Prozent.

Alle Versicherten haben Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung – so sieht es das Sozialgesetzbuch (SGB) vor. Ein gesetzlich verbrieftes Recht auf gute Qualität gibt es dabei nicht. Umso erfreulicher aus Sicht der AOK-Versicherten ist es darum, dass die AOK-Pflegeberater in der Lage sind, die Lebens- und Pflegesituationen der Menschen schnell und nachhaltig zu stärken. So gab knapp die Hälfte der Befragten an, dass sich ihre Pflegesituation durch die individuelle Beratung verbessert hat (48 Prozent) oder pflegende Angehörige Hilfe bekamen (47 Prozent). Rund 42 Prozent schätzen es Wert, dass in den Gesprächen Möglichkeiten finanzieller Unterstützung erläutert wurden. "Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit unserem AOK-Pflegeberatungsangebot nicht nur wichtige Informationen, sondern auch konkrete Hilfe erhalten", fasst AOK-Chef Litsch die Ergebnisse zusammen.

Neben der Zufriedenheit und Wirkung hat die Studie auch die Struktur und Organisation der Pflegeberatung beleuchtet. Acht von zehn Befragten ist es demnach sehr oder eher wichtig, dass die Pflegekasse eine Beratung auch im häuslichen Umfeld anbietet. Das werde nach Ansicht der Ratsuchenden der persönlichen Situation am besten gerecht. Eine Tatsache, die sich auch im Alltag der AOK-Pflegeberater widerspiegelt – 77 Prozent aller Beratungsgespräche finden zu Hause bei den Betroffenen statt.

Reibungsloser Reformprozess

Auch die Umstellung zum Jahreswechsel 2016/17 von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade ist nahezu geräuschlos verlaufen. "Alle 1,5 Millionen Pflegeleistungsempfänger der AOK wurden Ende 2016 über ihren neuen Pflegegrad informiert. Pünktlich zum Jahresbeginn konnten dann die angepassten Pflegegeldleistungen ausgezahlt werden", resümiert der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch. "Endlich wurde ein Pflegebegriff in die Tat umgesetzt, der die Fähigkeiten und Ressourcen der pflegebedürftigen Menschen in den Mittelpunkt stellt." Dass der Pflegebegriff erfolgreich in die Praxis umgesetzt wird, liegt auch an den rund 700 Pflegeberatern in den knapp 1.400 Geschäftsstellen der AOK. Sie informieren rund um das Thema Pflege und lotsen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen durch den Pflegesektor. Dabei haben sie einiges zu tun – denn jeder zweite der rund 2,9 Millionen Pflegebedürftigen ist bei der AOK versichert. Damit ist die AOK die größte Pflegekasse Deutschlands.

Klarer Auftrag: noch frühzeitiger und gezielter informieren

Darüber hinaus wurden auch knapp 4.000 AOK-Pflegebedürftige stichprobenartig nach ihren Gründen dazu befragt, warum sie bisher keine Beratungsangebote in Anspruch genommen haben. Jeder zweite der rund 1.300 Versicherten, die an der Umfrage teilgenommen haben, gab an, das Angebot der individuellen Pflegeberatung nicht zu kennen. 45 Prozent der Befragten haben nach eigenen Angaben erst mit dem Antrag auf Pflegeleistungen oder noch später von dem Service der Pflegekassen erfahren. "Das ist der klare Auftrag an uns, noch frühzeitiger und gezielter über die AOK-Pflegeberatung zu informieren und ihren erheblichen Nutzen bei noch mehr Versicherten bekannt zu machen. Diesen Auftrag nehmen wir sehr ernst", so Litsch.

Selbstbestimmung trotz Pflegebedürftigkeit und schwerer Krankheit steht für die AOK ganz oben, insbesondere am Lebensende. Beim Deutschen Pflegetag Ende März in Berlin hat die AOK deshalb die Intensivpflege sowie die Hospiz- und Palliativversorgung ganz besonders in den Fokus genommen. Rund 8.000 Akteure und Entscheider aus der Pflegebranche hatten an dem dreitägigen Kongress teilgenommen. Weitere Schwerpunkte der AOK waren die Unterstützung pflegender Angehöriger und natürlich auch hier der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Als Gründungspartner setzt der AOK-Bundesverband seit 2014 wichtige Akzente auf dem Deutschen Pflegetag.

Belastung in der professionellen Pflege im Blick behalten

Insgesamt ist Litsch mit den jüngsten Entwicklungen in der Pflegeversicherung zufrieden. Die von der Politik beschlossenen Beitragssatzanhebungen um insgesamt 0,5 Beitragssatzpunkte haben das Finanzierungsvolumen der sozialen Pflegeversicherung innerhalb von knapp drei Jahren um rund 20 Prozent ausgeweitet. "Allein seit Anfang 2015 sind rund zehn Milliarden Euro zusätzlich in die soziale Pflegeversicherung geflossen", so Litsch. Dennoch mahnt der Verbandschef, denn nicht alle haben von den jüngsten Reformen profitiert: "Während Pflegebedürftige und ihre Angehörigen heute umfangreicher unterstützt werden, hat sich die Situation der Pflegekräfte nicht verbessert. Pflege ist nach wie vor ein Knochenjob“, so Martin Litsch auf dem Deutschen Pflegetag. Die überdurchschnittliche Belastung in den Pflegeberufen spiegele sich auch in der Krankenstands-Statistik wider: Zwischen 2012 und 2016 sei der Krankenstand in Deutschland über alle Branchen hinweg durchschnittlich von 4,9 auf 5,3 Prozent gestiegen. In der Pflege jedoch sei der Krankenstand im selben Zeitraum von 6,1 auf 6,7 Prozent geklettert. Damit ist er in den Pflege nicht nur höher als im Durchschnitt, er wächst auch schneller. "Kein Zweifel, es muss viel mehr für die Attraktivität von Pflegeberufen getan werden." Jetzt komme es darauf an, dass der Kompromiss der Großen Koalition bei dre Reform der Pflegeausbildung den erhofften Entwicklungsschub bringe.


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