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ams-Politik 08/16

ams-Grafik: Umsatzschwelle für Arzneimittel

11.08.16 (ams). Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat sich ebenso wie die Betriebs- und die Innungskrankenkassen in die Diskussion um den  morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) eingeklinkt. Es gehe darum, "die Wettbewerbsnachteile für die Ersatzkassen als Kassengemeinschaft und Haftungsverbund insgesamt" zu reduzieren, heißt es in einem Positionspapier. Jene Wettbewerbsnachteile beziffert der vdek auf etwa eine halbe Milliarde Euro.

Der Verband zeigt damit eine bis dahin kaum gekannte Einigkeit. Hintergrund sei ein interner Deal auf Kosten der AOK, kommentierten die Medien den Vorstoß, wonach die erhofften Mehreinnahmen aus dem Morbi-RSA noch einmal unter den Ersatzkassen umverteilt würden. AOK-Vorstandschef Martin Litsch spricht in der Augustausgabe des ams-Politik von Kassenegoismus. "Derzeit kommen unzählige Kassen oder Kassenarten mit ihren Morbi-Wünschen um die Ecke, immer mit dem Argument, durch diese und jene Änderung werde der Morbi-RSA gerechter. Dass dahinter reine Interessenpolitik steckt, ist auch klar." Litsch plädiert für eine Gesamtevaluation des Kassen-Finanzausgleichs und die Aufhebung der Beschränkung auf bestimmte Krankheiten.

Außerdem wirft der ams-Politik einen kleinen Blick voraus auf den nächsten Berliner Gesundheitspreis - der steht kurz vor der Ausschreibung - und einen großen Blick zurück auf mittlerweile zwei erfolgreiche Jahrzehnte mit dem Berliner Gesundheitspreis.

Die aktuelle Grafik erklärt, warum die geplante Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro bei neuen Arzneimitteln im ersten Jahr nach Zulassung eine Scheinlösung ist. Und schließlich zeigt die "Zahl des Monats", wie viel Effizienz in der gesetzlichen Krankenversicherung steckt.