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Agenturmeldung vom 11.05.2018, 14:17

Ärztetag für strengere Prüfungen bei Nicht-EU-Ärzten

Erfurt (dpa) - Ärzte aus Nicht-EU-Ländern, die in Deutschland arbeiten wollen, sollen nach dem Willen des Deutschen Ärztetages das deutsche Medizin-Staatsexamen absolvieren. Der Gesetzgeber müsse regeln, dass diese Mediziner über dieselben Kenntnisse wie in Deutschland ausgebildete Ärzte verfügen, forderten die Delegierten am Donnerstag in Erfurt in einem Beschluss. Ziel sei ein sicherer Patientenschutz.

Bislang werde über den Zulassungsantrag von Ärzten aus Ländern außerhalb der EU vielfach allein anhand der Aktenlage entschieden. Die Gutachtenstelle der Bundesländer für Gesundheitsberufe müsse ausgebaut werden, hieß es. Sie soll dem Ärztetag zufolge die sogenannte Gleichwertigkeitsprüfung bei diesen Medizinern übernehmen.

Die Versammlung plädierte zugleich für einen stärkeren Datenaustausch zwischen den für die Erteilung der ärztlichen Zulassung (Approbation) zuständigen Behörden der Bundesländer, um einen möglichen "Approbationstourismus" zu unterbinden. Die Qualifikation von Ärzten, die in außereuropäischen Ländern Medizin studiert haben, hatte auf dem Ärztetag zu intensiven Debatten geführt. So plädierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor den Ärzten dafür, die Verfahren zur Anerkennung ausländischer Medizin-Abschlüsse zu beschleunigen. Sie sollten gleichzeitig auch gründlicher werden.

In Thüringen, wo Ende vergangenen Jahres 1657 nichtdeutsche Ärzte arbeiteten, hat vor allem im Zuge der Flüchtlingszuwanderung die Zahl der aus Syrien stammenden Mediziner zugenommen. Sie stieg im vergangenen Jahr auf 178 (2016: 122). Syrien liegt damit auf Platz zwei der Herkunftsländer ausländischer Ärzte vor Bulgarien (100).