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Agenturmeldung vom 19.04.2018, 14:19

Spahn fordert bessere Zusammenarbeit bei Masernimpfung

Köln (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine bessere Kooperation bei der Masernimpfung gefordert. "Ärzteschaft, Schulen, Kitas, Betriebe, Behörden und natürlich die Eltern müssen noch besser zusammenarbeiten", sagte Spahn am Donnerstag laut Mitteilung anlässlich der Europäischen Impfwoche, die am Montag beginnt. "Es ist verantwortungslos, Kinder nicht gegen Masern impfen zu lassen oder eigene Impflücken hinzunehmen." Auch für die zweite Impfung müsse eine Impfquote von 95 Prozent das Ziel sein.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben 2016 zwar erstmals alle Bundesländer bei der ersten Masernimpfung die Quote von 95 Prozent erreicht. Bei der entscheidenden zweiten Impfung sei die Quote aber bei Kindern bis zum Schulanfang nur geringfügig auf 92,9 Prozent gestiegen. 24 Monate alte Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 waren sogar nur zu 73,9 Prozent zweimal geimpft.

Für 2017 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) 929 Masernerkrankungen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Allerdings schwanken die Zahlen von Jahr zu Jahr stark. In den ersten zwölf Wochen des laufenden Jahres wurden dem RKI 92 Fälle gemeldet.

Masern gehen zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher. Die Infektion schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.