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Agenturmeldung vom 14.12.2017, 14:43

Marburger Bund: Zehn Milliarden für Digitalisierung der Kliniken

Berlin (dpa) - Die Krankenhäuser in Deutschland sind nach Ansicht des Marburger Bunds schlecht auf die digitale Zukunft vorbereitet. „Es mangelt an aktueller, vor allem benutzerfreundlicher Hard- und Software, an digitaler Dokumentation und an regelmäßigen Schulungen für IT-gestützte Abläufe“, erklärte die Ärztegewerkschaft am Donnerstag in Berlin anlässlich ihrer aktuellen Umfrage unter rund 1800 angestellten Ärztinnen und Ärzten. Für die digitale Aufrüstung der Krankenhäuser seien daher in den nächsten sechs Jahren Mittel in Höhe von zehn Milliarden Euro nötig.

Zwar gibt es nach der Umfrage genügend Computer an den ärztlichen Arbeitsplätzen. Für die Hälfte der Befragten sind die digitalen Arbeitsmittel aber größtenteils nicht auf einem aktuellen Stand. Nur 19 Prozent der Ärzte sind demnach mit der IT-Ausstattung an ihrem Arbeitsplatz zufrieden, 47 Prozent sind es nicht, 34 Prozent sind unentschieden.

Trotz dieser Widrigkeiten seien andererseits schon jetzt 46 Prozent der Klinikärzte davon überzeugt, dass die Digitalisierung die medizinische Qualität ihrer Arbeit verbessere. 18 Prozent sehen demnach noch keinen Qualitätszuwachs und 36 Prozent können nicht einschätzen, ob es zu einer Verbesserung gekommen ist.

Ein ähnliches Bild ergebe sich aus den Antworten auf die Frage, ob durch die Digitalisierung die eigene Arbeit vereinfacht worden sei. 40 Prozent antworteten mit Ja, 21 Prozent mit Nein und 39 Prozent seien unentschieden.

Das Vorstandsmitglied der Ärztegewerkschaft, Peter Bobbert, erklärte: „Jetzt liegt es an der Politik im Bund und in den Ländern, die Modernisierung der IT in den Krankenhäusern endlich in Angriff zu nehmen. Wir brauchen ein staatliches Sonderprogramm zum Aufbau eines adäquaten digitalen Netzes im Krankenhausbereich. Dafür müssen finanzielle Mittel in Höhe von zehn Milliarden Euro in den nächsten sechs Jahren zur Verfügung gestellt werden.“