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Agenturmeldung vom 20.09.2017, 16:56

Charité und Verdi einigen sich über Notdienste - Streik geht weiter

Berlin (dpa/bb) - Am dritten Tag des Pfleger-Streiks haben sich die Gewerkschaft Verdi und die Berliner Charité auf eine Notdienstvereinbarung geeinigt. Damit sei „die unhaltbare Situation“ beendet, dass Streikwillige an der Ausübung ihres Streikrechtes gehindert würden, erklärte Verdi am Mittwoch. In solchen Vereinbarungen wird letztlich geklärt, wer die Patienten während des Streiks versorgt. Am Donnerstag und wahrscheinlich auch am Freitag werde der Streik weitergehen, kündigte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann an.

Vor Abschluss der Vereinbarung hatte er morgens die Situation noch wie folgt beschrieben: „Es spielen sich jeden Morgen dramatische Szenen ab. Streikende müssen an die Arbeit zurückkehren, damit der Klinik-Betrieb aufrechterhalten und Notfälle versorgt werden können.“ Dadurch werde „das Betriebsklima vergiftet“. Die Verhandlungen zu dem Thema seien dann zwar schwierig, aber konstruktiv gewesen, hieß es später.

Am dritten Tag in Folge fielen geplante Operationen an allen Standorten des Klinikums aus - laut Charité etwa jede zweite. Absolute Zahlen nennt sie aber nicht.

Zum eigentlichen Tarifkonflikt steht eine Einigung weiter aus. Die Streikenden fordern einen Personalzuwachs und Mindestbesetzungen auf den Stationen, wie es im 2016 abgeschlossenen Tarifvertrag vorgesehen war.

Die Charité hat zuletzt rund 270 zusätzliche Kräfte eingestellt - rund 4200 Pflegerinnen und Pfleger gibt es insgesamt. Wegen des Fachkräftemangels sind allerdings Dutzende weitere Stellen unbesetzt. Verdi will künftig Mindestbesetzungen einklagen können, das lehnt die Klinikleitung ab.