Agenturmeldung vom 14.09.2017, 14:08

Schleswig-Holstein: Zehn Jahre Brustkrebs-Screening - knapp jede zweite Frau macht mit

Lübeck (dpa/lno) - Zehn Jahre nach Einführung des landesweiten Screening-Pogramms zur Früherkennung von Brustkrebs haben Vertreter des Netzwerkes «Betrifft Brust» eine gemischte Bilanz gezogen. In dieser Zeit wurden rund 1,7 Millionen Einladungen verschickt und mehr als 850 000 Röntgenuntersuchungen vorgenommen, wie die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, Monika Schliffke, am Donnerstag sagte. Damit habe knapp jede zweite berechtigte Frau das Angebot angenommen.

Seit 2007 erhalten alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahre alle zwei Jahre eine Einladung zu einer Röntgenuntersuchung. Die Kosten tragen die Krankenkassen. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) appellierte, dieses so wichtige Angebot auch anzunehmen.

In den vergangenen zehn Jahren wurden im Rahmen des Programms 325 000 Frauen untersucht, viele von ihnen mehrfach. Dabei wurden bei etwa 6200 Frauen Karzinome festgestellt. «Die befanden sich in den meisten Fällen noch in einem sehr frühen Stadium, so dass Bestrahlungen und Chemotherapie oft vermieden werden konnten», sagte die für die Screening-Einheit "Östliches Schleswig-Holstein" verantwortliche Ärztin Susanne Wulff. Landesweit gibt es vier Screening-Einheiten mit insgesamt sechs stationären Röntgenzentren und vier mobilen Röntgenstationen, um eine wohnortnahe Versorgung zu ermöglichen.

Für Thomas Haeger, AOK-Landesdirektor und Vorsitzender des landesweiten Netzwerks "Betrifft Brust", ist es ein wichtiges Ziel, die Teilnahmerate von derzeit 46 Prozent zu steigern. "Mit diesem Ergebnis können wir noch nicht zufrieden sein, auch wenn wir damit im bundesweiten Durchschnitt liegen. Unser gemeinsames Ziel ist es, noch besser zu werden", sagte Haeger. Garg sagte: "Früherkennung kann Leben retten und jedes einzelne ist ein Erfolg und eine Bestätigung für die Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung."

Beim Mammografie-Screening werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Diese werden von zwei Fachärzten ausgewertet, auffällige Befunde werden mit einem weiteren Spezialisten beraten. Landesweit gibt es 23 dieser sogenannten Befunder.