Agenturmeldung vom 17.08.2017, 17:16

Schleswig-Holstein: Koalition denkt über Versicherungswechsel von Beamten nach

Kiel (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Landesregierung prüft eine Wahlfreiheit für Beamte zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Innerhalb der Koalition und mit Interessenvertretern gelte es in den kommenden Monaten den möglichen Änderungsbedarf auszuloten, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Sozialminister Heiner Garg (FDP) am Donnerstag. Die älter werdende Gesellschaft stellte die Versicherungssysteme und die Beihilfe für Beamte vor Herausforderungen. Zuvor hatte das "Flensburger Tageblatt" (Donnerstagausgabe) darüber berichtet.

Es ginge um eine dauerhafte finanzielle Tragfähigkeit "sowie die Sicherung des Zugangs zu einer hochwertigen gesundheitlichen Versorgung", sagten die beiden Minister. Schleswig-Holstein hat laut Finanzministerium aktuell knapp 48 000 Beamte und zahlte im vergangenen Jahr mehr als 267,5 Millionen Euro an staatlichen Beihilfen zu Arztrechnungen. Das waren gut 15,7 Millionen mehr als 2015. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres beliefen sich die Beihilfen auf knapp 177 Millionen Euro.

Erstaunt über die Nachricht zeigte sich jedoch FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. "Ich sehe dafür keinen Bedarf. Die mangelhafte und schleppende Bearbeitung der Beihilfeanträge kann kein Grund sein, das bewährte System zu wechseln."

Vor gut einer Woche hatte Hamburg angekündigt, junge Beamte sollen sich in der Hansestadt künftig ohne finanzielle Nachteile für die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden können. Die Stadt will ihnen die Hälfte ihrer Beiträge erstatten. Bislang erhalten Beamte dort - wie in Schleswig-Holstein auch - über die Beihilfe einen Teil ihrer Krankheitskosten erstattet und müssen den Rest über eine private Krankenversicherung abdecken. Das kann vor allem für Familien mit Kindern und für chronisch Kranke deutlich teurer sein, die zuvor gesetzlich versichert waren