Agenturmeldung vom 15.08.2017, 15:38

Studie: Pflegende sind weniger berufstätig

Essen (dpa) - Pflegen über 50-Jährige ihre Eltern, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie gleichzeitig berufstätig sind. Das haben Wissenschaftler des RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung durch Auswertung europaweiter Daten herausgefunden. Im Durchschnitt sind 69 Prozent der Menschen im Alter über 50 Jahren berufstätig. Von denen, die sich um pflegebedürftige Eltern kümmern, gehen jedoch deutlich weniger auch einem Beruf nach: bei Frauen sind es knapp 62 Prozent, bei Männer nur rund 57 Prozent. Berufstätige Frauen, die ihre Eltern pflegen, verringern außerdem ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 12,4 Prozent, wie es in der Untersuchung weiter heißt.

Dass sich die Pflege der Eltern für Männer stärker auf die Beschäftigungschance auswirkt, erklärte die Mitautorin der Studie Dörte Heger so: "Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit und schaffen nach einer Pflegephase dort leichter wieder den Einstieg".

Um die bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege zu ermöglichen und die negativen Folgen für Pflegende abzumildern, sind der Untersuchung zufolge in zahlreichen Ländern bereits Möglichkeiten für "Pflege-Auszeiten" geschaffen worden - in Deutschland zum Beispiel für zehn Tage. Wie sich das auf die Beschäftigungssituation von Pflegenden auswirkt, sei aber noch nicht untersucht worden.