Agenturmeldung vom 15.08.2017, 09:29

Arztpraxen: 70 Prozent der Einnahmen kommen von Kassenpatienten

Wiesbaden (dpa) - Arztpraxen in Deutschland verdienen fast drei Viertel ihrer Einnahmen mit Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung. Nur ein Viertel resultiert aus Privatabrechnungen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag in Wiesbaden berichtete.

Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2015. Damals entfielen 70,4 Prozent der Praxis-Einnahmen auf Kassenabrechnungen, 26,3 Prozent auf Privatabrechnungen und 3,3 Prozent auf sonstige selbstständige ärztliche Tätigkeiten.

Im Durchschnitt nahm 2015 jede Arztpraxis 507 000 Euro ein, egal ob Einzel- oder Gemeinschaftspraxis bei gleicher Fachrichtung. Den Einnahmen standen Aufwendungen von durchschnittlich 249 000 Euro pro Praxis gegenüber, etwa je zur Hälfte für Personal- und Sachkosten. Damit blieb im Durchschnitt ein Reinertrag von 258 000 Euro übrig.

Der Reinertrag sei aber nicht mit dem Gewinn oder dem Einkommen der Ärzte gleichzusetzen, sagte eine Destatis-Mitarbeiterin: Sowohl bei Einnahmen als auch bei Ausgaben fehlten Punkte, der Erlös müsse zudem versteuert werden.

Zwischen den Fachgebieten gibt es zudem große Unterschiede: Den höchsten Reinertrag erzielten 2015 die Radiologen (850 000 Euro). Am niedrigsten war der durchschnittliche Reinertrag bei Neurologen, Psychiatern und Psychotherapeuten (180 000 Euro).