Agenturmeldung vom 07.07.2017, 13:14

Reform der Pflegeberufe soll Pflegenotstand abmildern

Berlin (dpa) - Pflegekräfte für Alte, Kranke und kranke Kinder durchlaufen künftig in den ersten beiden Jahren eine gemeinsame Ausbildung. Im letzten Jahr können sie dann die bisherige, allgemeine Ausbildung fortführen oder sich auf die Kinderkrankenpflege beziehungsweise die Altenpflege spezialisieren. Auszubildende in der Pflege müssen künftig kein Schulgeld mehr bezahlen, sondern bekommen eine Ausbildungsvergütung. Der Bundesrat machte am Freitag den Weg für das Pflegeberufegesetz frei.

Mit dem Gesetz soll der Beruf attraktiver gemacht werden, so dass sich nicht noch größere Lücken bei der Pflege auftun. Familienstaatssekretär Ralf Kleindiek sagte: „Wir brauchen dringend Nachwuchs. Schon heute kommen auf 100 Stellen nur 33 Arbeitssuchende - und das bei rund 3 Millionen pflegebedürftigen Menschen.“ Gesundheitsstaatssekretärin Annette Widmann-Mauz unterstrich, die Ausbildung werde für jeden künftig kostenfrei sein. Die modernisierten Ausbildungen starten am 1. Januar 2020.