Agenturmeldung vom 22.03.2017, 10:13

Wasserwirtschaft in Hessen warnt vor Medikamentenresten

Mainz (dpa) - Die Wasserwirtschaft in Hessen ist besorgt, dass Reste von Arzneimitteln zu einer wachsenden chemischen Belastung für die Trinkwasserversorgung werden. Unkenntnis und Gedankenlosigkeit führten dazu, dass in Privathaushalten die Reste von Arzneimitteln in den Ausguss oder die Toilette gekippt würden, erklärte der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz (LDEW) zum Weltwassertag am Mittwoch.

Die 696 Kläranlagen in Hessen seien zwar technisch hervorragend ausgerüstet, sagte der Geschäftsführer des Verbands, Horst Meierhofer. "Allerdings können sie nicht alle Inhaltsstoffe von Medikamenten aus dem Abwasser filtern." Die dafür notwendige Nachrüstung der Anlagen wäre sehr aufwendig und sehr teuer. Inzwischen seien bereits Wirkstoffe von Medikamenten in Oberflächengewässern wie Bächen, Flüssen oder Seen festgestellt worden.

Um dem Problem zu begegnen, seien private Haushalte ebenso wie Apotheken und Arzneimittelhersteller gefordert, sagte Meierhofer der Deutschen Presse-Agentur. So müsse auch darüber nachgedacht werden, Medikamente in kleineren Verpackungen anzubieten, so dass nach Ablauf der Haltbarkeit weniger Reste anfallen.