Agenturmeldung vom 22.02.2017, 10:28

Niedersachsen: Schon mehr als 3000 Grippefälle in dieser Saison

Hannover (dpa/lni) - Trotz wärmerer Temperaturen ist ein Ende der Grippewelle in Niedersachsen noch nicht in Sicht. In der vergangenen Woche wurden nach Angaben des Landesgesundheitsamtes in rund 40 Prozent der von Arztpraxen übermittelten Proben Influenza-Viren nachgewiesen. Das war ein leichter Rückgang im Vergleich zur Vorwoche. Zudem wurden sieben Grippetote registriert. Damit stieg die Zahl der Influenza-bedingten Todesopfer in Niedersachsen seit Oktober auf 13. Es handele sich um die dritte starke Influenza-Saison in Folge, sagte Behördensprecher Holger Scharlach.

Unter den Todesopfern waren elf Senioren, die älter als 70 Jahre waren. Die beiden anderen Grippetoten waren nach Angaben des Sprechers unter 30, aber keine Kinder. Ob der Höhepunkt der Grippewelle bereits überschritten wurde, ist unklar, sagte Scharlach. Man müsse die weitere Entwicklung abwarten. Von einer Grippewelle ist die Rede, wenn der Erreger in mehr als 20 Prozent der Proben zu finden ist.

Insgesamt wurden seit Oktober in Niedersachsen 3006 Influenzafälle im Labor erfasst. In der vergangenen Woche waren es allein 831 Neuerkrankungen. «Diese Zahlen liegen allerdings stark unter den tatsächlichen Krankheitszahlen und beziehen sich nur auf Personen, die auch beim Arzt getestet wurden», sagte Scharlach. Für eine Grippe ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber, Erschöpfung, Husten und starken Gliederschmerzen typisch. Gefährlich wird eine Infektion vor allem für alte und chronisch kranke Menschen.

Das Land startete im Oktober eine Impfkampagne, insgesamt wurden Informationen und Poster an 1700 Einrichtungen wie Krankenhäuser und Seniorenheime verschickt. Für einen allgemeinen Aufruf zum Impfen sei es mittlerweile zu spät, sagte Behördensprecher Scharlach. Der Impfschutz stellt sich erst nach 10 bis 14 Tagen ein. Allerdings sollten noch nicht geimpfte Senioren oder chronisch Kranke mit ihrem Hausarzt besprechen, ob eine Impfung im Einzelfall noch sinnvoll sein könnte.

Versorgungsengpässe beim Impfstoff gebe es nicht, sagte der Sprecher der AOK Niedersachsen, Carsten Sievers. Insgesamt seien für das Land Niedersachsen für die aktuelle Impfsaison 1,2 Millionen Impfdosen als Fertigspritzen in den Markt gebracht worden.

Neben der Grippe sind auch Erkältungskrankheiten derzeit in Niedersachsen stark verbreitet. Mehr als 80 Prozent der Städte und Landkreise berichteten in der vergangenen Woche von einer hohen beziehungsweise sehr hohen Zahl an Krankmeldungen in Kitas aufgrund von Erkältungskrankheiten. Dies war ein Anstieg im Vergleich zur Vorwoche.