Agenturmeldung vom 29.12.2016, 10:43

Öffentliche Kassen mit leichtem Finanzierungsdefizit

Wiesbaden (dpa) - Nach einem Überschuss im vergangenen Jahr haben die öffentlichen Haushalte in den ersten drei Quartalen 2016 wieder ein leichtes Finanzierungsdefizit ausgewiesen. Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen minimal um 100 Millionen Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Insgesamt wuchsen die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen sowie Sozialversicherung um 3,7 Prozent auf 979,6 Milliarden Euro. Die Einnahmen lagen bei 979,5 Milliarden Euro und waren damit 3,5 Prozent höher. 2015 hatte im Vergleichszeitraum der Finanzierungsüberschuss - es geht um die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben - 2,4 Milliarden Euro betragen.

Die Bundesländer wiesen bis zum 30. September 2016 einen Überschuss von 5,7 Milliarden Euro aus. Dagegen verzeichnete der Bund ein Finanzierungsdefizit von 0,7 Milliarden. Für die Kommunen wurde ein Defizit von 2,9 Milliarden Euro errechnet, bei der Sozialversicherung lag es bei 2,2 Milliarden.

Die Einnahmen stiegen vor allem dank der sprudelnden Steuern und Abgaben, die 867,2 Milliarden Euro (plus 4,6 Prozent) in die öffentlichen Kassen spülten. Bei den Ländern fiel der Zuwachs mit 6,5 Prozent noch stärker aus als beim Bund (4,7 Prozent). Die kommunalen Steuereinnahmen stiegen um 3,9 Prozent.

Auf der Ausgabenseite schlugen höhere Sozialleistungen (plus 4,2 Prozent auf 323,8 Milliarden Euro) zu Buch - sowie die Kosten für den laufenden Sachaufwand (plus 6,0 Prozent) auf 272,8 Milliarden Euro.